Der Heidelberger Sportrechtsexperte Michael Lehner hat im "Fall Claudia Pechstein" eine Neuauflage des Verfahrens vor dem Internationalen Sportgerichtshof CAS gefordert.

Zuvor hatten führende deutsche Hämatologen der für zwei Jahre wegen Dopings gesperrten Eisschnellläuferin eine genetisch bedingte Blutanomalie bescheinigt.

"Das sind schon sehr renommierte Wissenschaftler, die mit Doping nichts am Hut haben wollen. Was die sagen, hat schon Hand und Fuß. Mein Appell geht jetzt an die Verbände, von sich aus das Verfahren neu aufzurollen, und damit Claudia Pechstein zu einem baldigen Freispruch zu verhelfen", sagte Lehner. Der Jurist erwartet nun vom Eislauf-Weltverband ISU, den Antrag auf Eröffnung eines neuen Verfahrens vor dem CAS.

Lehner kritisierte gleichzeitig das juristische System: "Der Fall Pechstein wirft erneut und in einem immensen Ausmaß die Frage nach der Gerechtigkeit in der Sportgerichtsbarkeit auf. Auf der einen Seite erlebt der Athlet die Vernichtung der beruflichen Existenz mit dünnsten Beweismitteln, auf der anderen Seite ist der Sportler in der Gegenbeweislast", sagte Lehner.

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