Auf dem Eis wieder schwach, im Streit mit dem Verband ganz stark: Die deutschen Eisschnellläufer haben sich bei der EM in Klobenstein mit Bundestrainer Markus Eicher angelegt. Tobias Schneider und Robert Lehmann warfen dem Coach Vertrauensbruch vor, nachdem dieser die Einführung von verbandsinternen Geldstrafen ausgeplaudert und als "Diktator" für Irritationen gesorgt hatte.

"Wir haben eigentlich Stillschweigen in den Medien vereinbart, aber wenn sich der Trainer daran nicht hält, ist die Vereinbarung nichts mehr wert", schimpfte Schneider.

Der Berliner enttäuschte bei der Mehrkampf-EM mit Rang 21 erneut, ließ im Streit mit Eicher aber nicht locker: "Das Wort Diktatur sollte man in keinem Fall verwenden, schon gar nicht, wenn man in solch einer Position wie der Bundestrainer ist. Ich bin gespannt, wie es weitergeht."

Auch Robert Lehmann war außer sich. "Das trägt dazu bei, dass die Stimmung nur schlechter wird." Der Erfurter sicherte mit Rang 14 immerhin noch ein Ticket für die WM im Februar in Calgary. Lehmann hatte vor seinem 1500-m-Lauf bei aller Hektik unnötigerweise sein Zeitmessegerät vergessen und lief am Ende nur auf Rang 21.

Eicher war angesichts der anhaltenden Krise seiner Sorgenkinder aus der Abteilung Mehrkampf der Kragen geplatzt. Es habe nicht mehr so weitergehen können wie in den letzten Jahren unter Ex-Trainer Bart Schouten. "Wir haben in gewisser Weise die Diktatur in den Trainingsabläufen eingeführt", erklärte der Bundestrainer mit ungewöhnlich scharfem Vokabular.

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