Claudia Pechstein will sich doch noch den Traum einer weiteren Teilnahme an Olympischen Spielen erfüllen.

Nach Ablauf ihrer zweijährigen Sperre am Dienstag teilte die Eisschnellläuferin in Berlin mit, dass der Hämatologe Klaus Eber für sie beim Internationalen Olympischen Komitee (IOC) eine Petition eingereicht habe, mit deren Hilfe die so genannte Osaka-Regel außer Kraft gesetzt und Pechstein ein Start bei den Winterspielen 2014 in Sotschi ermöglicht werden soll.

"Mein Comeback soll nicht nach dieser Saison enden. Man hat mir durch die Sperre die Teilnahme an Olympia 2014 zunächst genommen. Jetzt kämpfe ich darum und will bei den nächsten Olympischen Spielen meine zehnte olympische Medaille gewinnen", sagte Pechstein.

Die Osaka-Regel besagt, dass ein wegen Dopings für mehr als sechs Monate gesperrter Sportler bei den folgenden zwei Olympischen Spielen nicht teilnehmen darf. Pechstein wurde für zwei Jahre gesperrt.

Die Läuferin begründet die Petition damit, dass mehrere anerkannte Hämatologen eine vererbte Anomalie als Ursache für ihre schwankenden Blutwerte ausgemacht hätten und Doping als Grund nicht in Frage käme. Diese Sichtweise sei durch jüngste Untersuchungen von Eber gestützt worden.

"Die neuen Erkenntnisse müssen in das Urteil einfließen. Die Sperre war nicht gerechtfertigt", sagte Eber.

Das Schweizer Bundesgericht hatte als letzte Instanz des Sportrechts einen Einspruch Pechsteins gegen die Zweijahressperre abgelehnt.

Pechstein hatte von 1992 bis 2006 an allen fünf Winterspielen teilgenommen und ist mit fünf Goldmedaillen Deutschlands erfolgreichste Winterolympionikin.

Für ihr Comeback ist sie jedenfalls bestens gerüstet, da ihre Krankschreibung wegen psychischer Probleme seit Dienstag aufgehoben ist.

Bis zum 11. März nimmt Pechstein nun ihren von der Bundespolizei bereits genehmigten Jahresurlaub. "Claudia wird ab heute ihren Erholungsurlaub antreten", sagte ihr Lebensgefährte Matthias Große.

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