Claudia Pechstein lässt im Streit mit dem Eisschnelllauf-Weltverband ISU über eine Ausnahmegenehmigung nicht locker.

Sollte der Verband ihr nicht in den kommenden zwei Wochen die Bescheinigung erteilen, auch mit überhöhten Retikulozytenwerten unbehelligt an Wettkämpfen teilnehmen zu können, werde sie den Internationalen Sportgerichtshof CAS anrufen, teilte Pechstein in Berlin mit.

Pechstein war vom Weltverband wegen erhöhter Blutwerte für zwei Jahre gesperrt worden. Die Läuferin beharrt allerdings darauf, dass nicht Doping, sondern eine vererbte Blutanomalie die Ursache für ihre erhöhten Retikulozytenwerte sei.

Diese These von Wissenschaftlern teils geteilte, teils angezweifelte These sei zuletzt von Untersuchungen des Spezialisten Stefan Eber gestützt worden.

Um in Zukunft bei Wettkämpfen nicht aus dem Verkehr gezogen werden zu können, forderte Pechstein die Sonderreglung.

Die ISU hat nach Inkrafttreten von Pechsteins Sperre ihre Doping-Regeln geändert und dem Code der Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA) angepasst. Demnach darf kein Athlet mehr allein wegen erhöhter Retikulozytenwerten gesperrt werden.

Neuerdings wird für jeden Eisschnellläufer ein individuelles Blutbild erstellt. Sollten Tests Abweichungen dazu aufzeigen, schreitet der Verband ein.

Pechstein ist überzeugt, dass bei ihr erneut hohe Schwankungen gemessen werden. Mit dem Ausnahmeantrag will sie sich absichern.

Pechstein hat schon mehrfach den CAS mit Sitz in Lausanne/Schweiz angerufen - allerdings stets ohne Erfolg.

Am 25. November 2009 bestätigte das oberste Sportgericht die zweijährige Dopingsperre durch die ISU. Am 19. Februar 2010 wies die Ad-hoc-Kammer des CAS ihren Antrag auf Teilnahme an den Olympischen Spielen in Vancouver zurück.

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