Der Eisschnelllauf-Weltverband ISU ist wegen seiner Vorgehensweise bei der Doping-Bekämpfung während der Einzelstrecken-WM in Inzell in die Kritik gerückt.

Offenbar hat die ISU für die Analyse der Bluttests falsch geplant und kurzfristig das Labor gewechselt.

Wie Recherchen des ZDF ergaben, sollten ursprünglich sämtliche Doping-Tests in einem nahe gelegenen Labor in Traunstein vorgenommen werden.

Doch dannn entschied sich die ISU um, da das Labor in Traunstein die Analysen der Bluttests nicht gemäß der Regeln der Welt-Anti-Doping-Agentur (Wada) durchführen kann.

"Es wurde aus organisatorischen Gründen ein Wechsel vorgenommen", sagte Traunsteins Labor-Chef Burkhardt Müller. Der Weltverband wollte eine Panne jedoch nicht bestätigen:

"Es war von Anfang an geplant, dass die Proben in einem WADA-akkreditierten Labor durchgeführt werden", sagte Joel Shobe, Mitglied der medizinischen Kommission der ISU. Offenbar hat das Labor in Köln nun die Analysen übernommen.

Die ISU erstellt derzeit für sämtliche Athleten Blutprofile, die in Zukunft mit den aktuellen Testergebnissen der Läufer bei Wettkämpfen verglichen werden sollen.

Im Streit liegt der Verband mit der fünfmaligen Olympiasiegerin Claudia Pechstein, die wegen erhöhter Blutwerte für zwei Jahre bis zum 8. Februar 2011 gesperrt worden war und sich ungerecht behandelt fühlt.

Pechstein kämpft nachträglich noch um ihre Rehabilitation und will zur Not vor den Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte ziehen.

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