Der niederländische Sport-Mediziner und ehemalige Eisschnelllauf-Weltmeister Harm Kuipers ist nach einem Bericht der Tageszeitung "AD-Sportwereld" unheilbar an Prostatakrebs erkrankt.

Als Mitglied der medizinischen Kommission des Eissport-Weltverbandes ISU hatte Kuipers 2009 bei der Mehrkampf-WM in Hamar (Norwegen) bei der Dopingkontrolle der Berliner Eisschnelllauf-Olympiasiegerin Claudia Pechstein Blutproben entnommen. Die Analysen dieser Blutproben führten zu Pechsteins zweijähriger Sperre.

Kuipers hatte Mitte März die Einzelstrecken-WM in Inzell besucht. Dort gewann Pechstein zweimal Bronze. "Sie hat ihre Strafe abgesessen und darf wieder starten. Respekt, dass sie mit 39 Jahren zu solchen Leistungen fähig ist", sagte der 63 Jahre alte Hochschullehrer der Universität Maastricht.

Pechsteins Unschuldsbeteuerungen und ihre Kritik an der ISU und an ihm als ISU-Mediziner lassen Kuipers kalt. "Ich bleibe dabei, ich bin überzeugt, dass sie manipuliert hat", sagte er. Pechstein habe vier Prozesse geführt und alle verloren. Die Biographie der Berlinerin werde er nicht lesen. "Dann bekomme ich das Gefühl, auch ein Buch schreiben zu müssen, was einen ganz anderen Inhalt hat."

Unabhängig vom Fall Pechstein meinte Kuipers, dass Dopingsünder zu hart bestraft werden. "In meinen Augen ist Doping ein Vergehen und kein Verbrechen. Ein nichttalentierter Eisschnellläufer wird auch mit Doping kein Weltklassesportler. Es hilft nur marginal. Darum finde ich kürzere Strafen in Verbindung mit Geldstrafen angemessener. Das verhindert auch eine Prozesslawine, und der Sportler erhält schneller eine neue Chance. Wird er jedoch noch einmal erwischt, dann hat er nichts gelernt, und dann ist eine lange Sperre gerechtfertigt", sagte Kuipers der "AD-Sportwereld".

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