Claudia Pechstein hat im Dauerstreit mit dem Eisschnelllauf-Weltverband ISU zum nächsten Schlag ausgeholt.

Die deutsche Winter-Rekordolympionikin forderte die ISU auf, ein neues Verfahren einzuleiten.

Die Eisschnellläuferin glaubt beweisen zu können, dass sie 2009 zu Unrecht für zwei Jahre wegen erhöhter Blutwerte suspendiert wurde.

Pechstein verlangte vom Weltverband in einer Stellungnahme, "mir erneut den Prozess zu machen oder einzugestehen, dass er im Juni 2009 mit mir eine Unschuldige gesperrt hat."

Sollte sich die ISU bis Ende Juli nicht erklären, zieht die 39-Jährige eine Selbstanzeige in Betracht, um ein zweites Verfahren zu erzwingen.

Die fünfmalige Olympiasiegerin ist davon überzeugt, dass sie mit eigenen Messungen bei der Einzelstrecken-WM in Inzell im März nachgewiesen hat, dass ihre Retikulozyten-Werte durchgehend erhöht seien und auf eine Blutanomalie zurückzuführen seien.

Daher könnten sie keinen Hinweis auf Doping liefern. Ihr Retikulozyten-Wert lag bei den eigenen Kontrollen am Schlusstag der WM bei 3,7 und 3,8 Prozent und damit höher als der Wert (3,4 Prozent), der zu ihrer Sperre geführt hatte.

Pechstein hatte daraufhin einen Test durch den Eislauf-Weltverband ISU durchführen lassen, warte aber seit drei Monaten auf eine Antwort. Pechsteins Anwalt Simon Bergmann sprach von einem "mafiösen Vorgang".

Pechstein war wegen erhöhter Retikulozyten-Werte bei der WM 2009 in Hamar für zwei Jahre gesperrt worden, ohne dass es einen positiven Dopingbefund gegeben hatte. Am 8. Februar 2011 war die Sperre abgelaufen.

teilentwitternteilenE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel