Bundestrainer Markus Eicher hat es nicht geschafft, zwischen den zerstrittenen Eisschnellläuferinnen Stephanie Beckert und Claudia Pechstein zu vermitteln.

Nach Teil eins der Schlichtungsgespräche mit Beckert und deren Management ließ die Erfurterin erklären: "Ich werde bei der WM in Sotschi nicht in der Teamverfolgung an den Start gehen. Aufgrund der wiederholten Angriffe von Claudia Pechstein sehe ich mich mental dazu nicht in der Lage."

Eicher teilte am Donnerstagabend mit: "Es ist wichtig, dass Stephanie den Kopf frei hat und sich auf ihre Strecken konzentrieren kann. Sie braucht Sicherheit und eine WM ohne Nebengeräusche."

DESG-Präsident Gerd Heinze sagte: "Die Argumente von Stephanie wurden von uns akzeptiert. Nach der Saison werden dann weitere Schritte und Gespräche folgen. Doch jetzt brauchen wir Ruhe und stehen in der Verantwortung für unsere WM-Mannschaft."

Pechstein hatte zuletzt Gesprächsbereitschaft signalisiert.

"Ich musste für meine Kritik vom Wochenende eine Menge öffentlicher Schelte einstecken. Wenn nun allerdings tatsächlich ein Dialog einsetzt, der eine klare Ansage im Sinne der Zielsetzung und Motivation zwingend erforderlich macht, dann kann ich damit leben", sagte die 41-Jährige, die sich am Donnerstag mit Eicher zum Gespräch trifft.

Beim Weltcup in Heerenveen/Niederlande war es in der vergangenen Woche zum Eklat zwischen den beiden Langstreckenläuferinnen gekommen, nachdem Pechstein ihrer Teamkollegin Beckert via Facebook "Arbeitsverweigerung" vorgeworfen hatte.

Die Giftpfeile flogen hin und her. Als Beckert ihre Absage für die WM-Teamverfolgung erklärte, sah sich die DESG zum Handeln gezwungen, immerhin gehörten die Eisschnellläuferinnen im Team zu den Medaillenhoffnungen.

2010 in Vancouver hatte Beckert gemeinsam mit Anni Friesinger, Daniela Anschütz-Thoms und Katrin Mattscherodt die olympische Goldmedaille gewonnen. Die Einzelstrecken-WM findet vom 21. bis 24. März in Sotschi statt, wo knapp zehn Monate später auch die Olympischen Winterspiele beginnen werden.