Einen Tag vor dem Beginn des Schadenersatzprozesses von Claudia Pechstein vor dem Landgericht München hat der Eislauf-Weltverband ISU einen Vergleich mit der fünfmaligen Olympiasiegerin kategorisch ausgeschlossen.

Der Verband, der neben der Deutschen Eisschnelllauf-Gemeinschaft (DESG) nach dem Willen Pechsteins Schadenersatz und Schmerzensgeld in Millionenhöhe zahlen soll, geht noch immer davon aus, dass die Berlinerin "zurecht wegen Dopings verurteilt" wurde, wie die ISU in einer Pressemitteilung am Dienstagabend schrieb.

Zudem bezweifelt die ISU die Zuständigkeit des Gerichts und hält den Fall juristisch für abgeschlossen.

Die bei Pechstein "neu entdeckte" und "extrem milde" Form der Blutanomalie, "falls sie denn tatsächlich existiert", könne in keinem Fall "die äußerst ungewöhnlich hohen Retikulozytenwerte erklären, die immer zufällig zum Zeitpunkt von Top-Ereignissen erschienen und danach rasch zurückgingen", schrieb die ISU. Sie betonte, dem Gericht belastende Beweise vorgelegt zu haben.

"Die ISU ist der Auffassung, dass sie sich in diesem Fall durchsetzen muss, deshalb kann die ISU keiner durch Pechsteins Anwälte vorgeschlagenen Vereinbarung zustimmen", schrieb der Verband.

Die ISU warf Pechstein vor, mit dem "Kunstgriff", auch die für die Dopingsperre "nicht verantwortliche" DESG zu verklagen, die Zuständigkeit des Münchner Gerichts erwirken zu wollen.

Zudem verwies die ISU darauf, dass sich Pechstein mit ihrer Unterschrift unter eine Schiedsvereinbarung der Sportgerichtsbarkeit unterworfen habe.

Der Internationale Sportgerichtshof CAS hatte ebenso wie das übergeordnete Schweizer Bundesgericht Pechsteins Sperre bestätigt.

Pechstein war im Juli 2009 von der ISU anhand von Indizien und ohne Dopingnachweis durch die ISU "wegen Blutdopings" rückwirkend vom 9. Februar 2009 für zwei Jahre gesperrt worden.

Grund waren "abnormal überhöhte" Retikulozytenwerte, die die Berlinerin später anhand von Gutachten mit einer genetisch bedingten Blutanomalie erklärte.

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