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Ronny Ackermann gewann je dreimal den Sprint- und den Gesamtweltcup © imago

Nach dem für ihn enttäuschenden Weltcup-Auftakt sieht sich der einstige Weltmeister großer interner Konkurrenz ausgesetzt.

Ramsau - Keine Chance gegen die Weltspitze, das Olympia-Ticket in weiter Ferne - vor Weihnachten brennt bei Ronny Ackermann sprichwörtlich der Baum.

Das Weltcup-Comeback des viermaligen Weltmeisters der Kombinierer endete nach den Plätzen 25 und 27 im österreichischen Ramsau mit einem völlig missglückten Sprung und der Aufgabe vor dem Langlauf.

Die Zeit wird knapp für die Erfüllung seines Traums vom Olympiagold. (Ackermann muss um Olympia bangen)

"Ich bekomme die Leistung nicht in den Wettkampf, und ich habe keine Ahnung, woran es liegt", sagt Ackermann.

Bundestrainer verordnet Ruhepause

Bundestrainer Hermann Weinbuch gab dem schwächelnden Leitwolf für die Feiertage

den Befehl, sich auszuruhen und die Zeit mit seiner Frau und Sohn Hugo zu genießen.

Das mag angesichts des Rückstands zu den Topleuten wie Ramsau-Sieger Björn Kircheisen komisch klingen, ist aber seine letzte Chance.

"Er braucht eine Pause, dann kommt die Spritzigkeit zurück. Dann könnte es für ihn noch rechtzeitig reichen", sagt Weinbuch: "Aber er muss auf uns Trainer hören, sonst wird es nicht

klappen. Er ist sehr ehrgeizig und macht einfach zu viel."

Quali-Chance an vier Orten

Übertrainiert war der 32-Jährige schon beim Weltcup-Auftakt im finnischen Kuusamo mit einem 22. Platz als beste Platzierung gescheitert.

Daraufhin folgte eine von Weinbuch verordnete Weltcup-Ruhepause, doch Ackermann hat ganz offenbar noch nicht lange genug auf dem Sofa gelegen.

Nach Silvester geht es zum Weltcup in seine Heimat Oberhof. Insgesamt hat er bis zum Heim-Weltcup am 23./24. Januar in Schonach noch an vier Orten die Chance, die offizielle deutsche Olympia-Norm von einer Platzierung unter den Top acht oder zwei unter den besten 15 zu erreichen.

"Er würde der Mannschaft guttun"

Sonntags-Sieger Björn Kircheisen, der Gesamtweltcup-Zweite Tino Edelmann und der gleichfalls schon mehrfach aufs Podest gestürmte Eric Frenzel sind gesetzt, aber für den vierten Platz im deutschen Olympia-Team hat sich noch keiner so richtig aufgedrängt.

Keine Frage, Ronny ist ein sehr wichtiger Mann. Er würde der Mannschaft guttun", sagt Weinbuch. Der Chefcoach hat schon in einigen Sprüngen in Ramsau erste Hoffnungszeichen für einen Aufschwung des einstigen deutschen Sportler des Jahres entdeckt:

"Aber der Knoten konnte noch nicht platzen, weil er noch nicht fit genug ist. Und außerdem will er im Wettkampf immer noch einen drauflegen."

Auch vor Turin im Tief

Weinbuch hat schon viel mit seinem Vorzeigeathleten zusammen durchgestanden, auch vor den Winterspielen 2006 in Turin kämpfte der Perfektionist bis zum letzten Tag um seine Form und gewann dann doch noch Team-Silber.

So kritisch wie diesmal war es allerdings noch nie.

Trotzdem glaubt der Trainerfuchs, dass Ackermann in letzter Minute doch noch die Kurve kriegt: "Wenn er wieder im Vollbesitz seiner Kräfte ist, schafft er das mit der Olympia-Qualifikation sofort."

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