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Björn Kircheisen holte bei Olympischen Spielen bisher zwei Mal Silber © imago

Beim Heimspiel in Oberhof schafft der 26-Jährige als einziger Deutscher den Sprung aufs Podest. Immer mehr Sorgen macht Ackermann.

Oberhof - Stürze, Hunger-Ast, verlorene Ski, Aufgaben und wenigstens ein dritter Platz von Björn Kircheisen:

Ausgerechnet beim Heimspiel in Oberhof haben die deutschen Nordisch-Kombinierer einen Stolperstart in das Olympiajahr hingelegt.

Eric Frenzel blieb ein fünfter Platz, weil seine Disqualifikation wegen angeblichen Frühstarts nach deutschem Protest aufgehoben wurde. (DATENCENTER: Der Weltcup)

Der von einer Mandelentzündung geschwächte viermalige Weltmeister Ronny Ackermann gab gleich beide Wettkämpfe vorzeitig auf und bleibt mit Blick auf die Olympischen Spiele ein Wackelkandidat.

Turbulenter Start

"So einen turbulenten Start ins neue Jahr habe ich noch nicht erlebt. Die Form meiner Topleute stimmt zwar, aber wir hatten das Glück nicht auf unserer Seite.

Das heben wir uns hoffentlich für Vancouver auf", sagte Bundestrainer Hermann Weinbuch sichtlich angespannt:

"Mit Kircheisen, Frenzel und Edelmann sind wir sehr gut im Plan."

Kircheisen mit starkem Eindruck

Den stärksten Eindruck im Schatten der beiden Tagessieger Hannu Manninen (Finnland) und Johnny Spillane (USA) hinterließ im Lager der Gastgeber Björn Kircheisen, der einem fünften Platz zum Abschluss als Dritter den Sprung auf das Siegerpodest folgen ließ.

"Ich sehe jetzt alles viel lockerer. Ich weiß, dass meine Form stimmt und ich trotzdem noch Reserven im Springen und Laufen habe. Für Vancouver bin ich sehr optimistisch", sagte er.

Frenzel verliert Ski und Wettbewerb

Eric Frenzel hatte im ersten Wettbewerb einen Podestplatz vergeben, weil ihm in der entscheidenden Phase des 10-km-Laufes ein Ski abhanden kam.

Der Oberwiesenthaler wurde Zehnter und am Sonntag nach Weinbuchs Polter-Einlage im Jury-Raum ("Die wollten wegen Sekunden-Bruchteilen disqualifizieren, aber konnten nichts beweisen, weil die Startlinie im TV-Bild nicht zu sehen war.") immerhin Fünfter.

Vizeweltmeister Tino Edelmann (Zella-Mehlis) wurde in Führung liegend von einem Hunger-Ast gestoppt und musste sich am Ende mit den Rängen 15 sowie 12 ("Ich bin total leer") begnügen.

Sorge um Ackermann

Immer größer werden die Sorgenfalten im deutschen Lager, wenn der Name Ronny Ackermann fällt. "Wir hoffen weiter stark auf Ronny, aber der Druck für ihn ist schon brutal", sagte Hermann Weinbuch.

Routinier Ackermann wurde in Oberhof von Halsschmerzen und Schnupfen geplagt, gab den ersten Weltcup bei Hälfte des Langlaufes entkräftet auf und trat am Sonntag zum Langlauf gar nicht erst an, weil er beim Springen schon knapp drei Minuten Rückstand zur Spitze angesammelt hatte.

"Ronny hatte Pech, musste bei sehr starkem Schneefall springen und hatte gravierende Nachteile bei der Anfahrtsgeschwindigkeit", sagte Sprungtrainer Andreas Bauer.

Noch zwei Chancen für Vancouver

Weil bislang aber nur Edelmann, Frenzel und Kircheisen die von Weinbuch aufgestellten Vancouver-Kriterien (zweimal unter die besten Sechs) erfüllten, bleiben zwei Plätze im Olympia-Team der deutschen Winterzweikämpfer offen und Routinier Ackermann ("Altes Spiel, neues Glück") noch vier Chancen bei den nun folgenden Weltcups in Val di Fiemme (9./10. Januar) sowie Chaux Neuve (16./17. ).

In Chaux Neuve treten Frenzel und Kircheisen nicht an, um sich für Vancouver zu schonen.

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