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Georg Hettich erkämpfte sich bei Olympia 2006 Gold im 15-km-Einzel © getty

Der Kombinierer verschiebt nach der geglückten Olympia-Quali seinen Rücktritt. Mit seiner Reservistenrolle hat er sich abgefunden.

Schonach - Als Georg Hettich sein Vancouver-Ticket in der Tasche hatte, atmete der Olympia-Held von Turin erstmal tief durch.

Denn bei einem Scheitern hätte er seine Karriere wohl mit sofortiger Wirkung beendet.

"Es hätte sein können, dass ich meinen Rücktritt erklärt hätte", sagte der Olympiasieger der nordischen Kombinierer nach dem Showdown in Schonach:

"Aber dann wäre es irgendwie unfertig gewesen. Deshalb hat es für mich einen hohen Stellenwert, dass ich es geschafft habe."

Erleichterung groß

Die Erleichterung war dem 31-Jährigen, der nach den Spielen in Vancouver (12. bis 28. Februar) seine Laufbahn beendet, deutlich anzumerken:

"Ich bin sicher ein paar Jahre älter geworden. Ich war selten vor einem Wettkampf so aufgeregt. Das hätte ja auch in die Hose gehen können."

Hettich setzte sich beim Sieg des französischen Weltcup-Spitzenreiters Jason Lamy Chappuis gegen seine Konkurrenten Sebastian Haseney (Zella-Mehlis) und Andreas Günter (Baiersbronn) durch.

Neunter Platz genügt

Nach dem Olympia-Verzicht des viermaligen Weltmeisters Ronny Ackermann (Dermbach), der in diesem Winter nie seine Topform zeigen konnte, reichte Hettich ein neunter Platz, um seine Kontrahenten auf Distanz zu halten.

"Ich bin glücklich und rundum zufrieden. Ich habe gezeigt, dass ich doch nicht ganz so schlecht bin", sagte Hettich. Vor dem Wettkampf in seiner Heimat hatte er lediglich einen 12. Platz als bestes Weltcup-Resultat zu Buche stehen.

In Vancouver nur Reservist

Trotz aller Freude über die geglückte Olympia-Qualifikation ist es aber fraglich, ob Hettich in Vancouver einen krönenden Abschluss seiner Karriere feiern kann.

Schließlich bleibt dem Schwarzwälder, der sich nach den Winterspielen um seine Doktorarbeit im Fach Sportwissenschafft kümmern will, zunächst nur die Rolle des Reservisten.

Hintertür bleibt offen

"Er ist erstmal der fünfte Mann und kann nicht damit rechnen, einen Startplatz zu bekommen. Er muss sehen, ob einer krank wird oder total außer Form ist", sagte Bundestrainer Hermann Weinbuch, der Hettich allerdings eine Hintertür offen ließ:

"Wenn Georg in Kanada überragende Trainingsleistungen zeigt, werden wir vielleicht noch mal reagieren."

Hettich akzeptiert die Rolle

Hettich, der schon selbst an der Olympia-Teilnahme gezweifelt hat, kann mit dieser Situation aber offenbar gut leben.

"Diese Rolle akzeptiere ich", sagte er: "Ich werde sicher nicht die Diskussion vom Zaun brechen, dass ich unbedingt starten will. Ich werde es genießen und mich anbieten. Ich werde aber keine Unruhe in die Mannschaft bringen."

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