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Nach dem letzten Weltcuprennen in Oslo machen die Sportler ihrem Frust Luft © getty

Nach dem deutlichen Zeichen der Sportler denkt die FIS über personelle Konsequenzen nach. Ein Streik wird aber abgesagt.

Oslo - Die spektakuläre Protestaktion der Kombinierer beim Weltcup-Finale wird Folgen im Internationalen Skiverband FIS haben. (DATENCENTER: Der Weltcup)

Am Abend, nachdem sich alle Sportler beim Zieleinlauf des Teamwettkampfes hinter einem großen Transparent mit der Aufschrift "Botschaft an die FIS: Behandelt uns mit Respekt" versammelt hatten, gab es eine Krisensitzung in Oslo.

"Die Athleten sind frustriert und haben berechtigte Forderungen. Wir werden das genau analysieren und Entscheidungen treffen. Auch die Trainer müssen mehr gehört werden", sagte FIS-Generalsekretärin Sarah Lewis.

Deutscher Renndirektor in der Kritik

Zuvor hatte es ein langes Gespräch mit dem im Weltverband für Skispringen und Kombination zuständigen Walter Hofer gegeben.

Massiv in der Kritik steht offenbar vor allem der deutsche Renndirektor Ulrich Wehling, der für das Skandalspringen bei Olympia und weitere irreguläre Weltcup-Wettbewerbe zuständig war.

Zum Thema personelle Änderungen sagte Lewis, "dass es jetzt noch zu früh ist, darüber etwas zu sagen".

Ursprünglich hatten die Sportler sogar einen Streik geplant.

Veto durch Amerikaner

Beim Teamrennen wollte man vor dem Zieleinlauf vor der großen Tribüne am Holmenkollen anhalten und gemeinsam demonstrieren, doch die Amerikaner um Olympiasieger Bill Demong legten ihr Veto ein.

"Das wäre natürlich eine gewaltige Aktion und noch effektvoller gewesen, aber die Welt hat es auch so gesehen. Die Kombinierer fühlen sich verarscht und wollen sich nicht mehr alles gefallen lassen", sagte Bundestrainer Hermann Weinbuch.

Tino Edelmann hofft, dass bei der Sitzung des Kombinierer-Komitees Ende April und beim FIS-Kongress in Antalya Anfang Juni die angekündigten Änderungen umgesetzt werden: "Wir wollten ein Zeichen setzen, dass das Maß voll ist und wir Probleme in unserem Sport haben. Ich denke, unsere Botschaft ist angekommen."

Gefordert werden eine professionelle Jury, mehr Preisgeld und ein besseres Standing für die Sportart.

Hettich beendet Karriere

Lewis: "Es darf keine Probleme zwischen der Führung des Sports und den Sportlern geben. Wir müssen stattdessen gemeinsam das Image verbessern."

Der Österreicher Mario Stecher hatte bei seinem Triumph 1994 in Oslo mehr Geld als der diesjährige Gewinner und Gesamtweltcup-Sieger Jason Lamy Chappuis kassiert.

Dass Edelmann beim letzten Saisonrennen Platz acht belegte, geriet angesichts der Querelen ebenso in den Hintergrund wie der leise Abschied von Turin-Olympiasieger Georg Hettich auf Platz 40.

Am Vortag hatte Hettich als Team-Dritter beim Heimsieg von Norwegen am letzten Rennwochenende seiner Karriere noch einmal auf dem Podest gestanden.

"Jetzt reicht es aber. Ich freue ich mich auf mein normales Leben", sagte Hettich.

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