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Für Bundestrainer Hermann Weinbuch ist nach Olympia 2014 Schluss © imago

Kombinierer-Coach Hermann Weinbuch kündigt an, nach Sotschi abzutreten. Bis dahin hat er allerdings noch eine Mission.

München - Hermann Weinbuch wird am Montag 50 und macht sich Gedanken über das Ende seiner Karriere als Bundestrainer der Nordischen Kombinierer.

"Ich denke, dass ich weiterhin das Vertrauen der Verbandsführung habe. Aber ich mache maximal bis Olympia 2014 in Sotschi weiter. Danach ist Schluss", sagt Weinbuch.

Unter seiner Führung kehrten die deutschen Winterzweikämpfer im letzten Jahrzehnt in die Weltspitze zurück.

Mit dem viermaligen Weltmeister Ronny Ackermann an der Spitze dominierten sie die Szene mit.

"Höhen und Tiefen - so ist mein ganzes Leben"

Doch bei den Winterspielen von Vancouver gab es erstmals seit zwölf Jahren keine Olympia-Einzelmedaille. (DATENCENTER: Der Weltcup)

"Höhen und Tiefen - so ist mein ganzes Leben. Ich habe manches tiefe Tal durchschritten, das hat mich menschlich geprägt", erzählt Weinbuch.

Als Sportler wurde er 1985 Weltmeister, gewann 1986 den Gesamtweltcup und war dann trotzdem nicht beim deutschen Team-Olympiasieg 1988 dabei.

In der Anfangszeit zu weich

Als Bundestrainer scheiterte der Sohn des einstigen DSV-Topfunktionärs Helmut Weinbuch im ersten Anlauf, weil er damals noch als zu weich galt.

Und beweist in seiner zweiten Amtszeit seit einem Jahrzehnt, dass er menschlich und fachlich zu den besten Trainern der Welt zählt.

Auch der Wert der Familie hat sich über die Jahre bei Hermann Weinbuch geändert: "Ich bin ja nochmal Vater geworden, habe einen 15 Monate alten Sohn. Ich will mehr Zeit als bei meiner vorigen Familie dafür haben, mich um die Kinder zu kümmern."

"Wir sind über zehn Jahre in der Weltspitze"

Deshalb gibt es am 50. Geburtstag am Montag auch keine große Feier.

Stattdessen ist Hermann Weinbuch mit seiner Familie im Urlaub: "Nach dem langen Winter, wo ich ständig unterwegs war, wollen wir einfach zusammen sein, gut essen, uns ausruhen."

Seinen Golfstammtisch, die Trainerkollegen und die Freunde will er später einladen, wenn im Frühjahr Zeit dafür ist.

Dann will sich Hermann Weinbuch aber bald schon wieder in die Arbeit stürzen, die ihm weiterhin viel Spaß macht: "Schließlich sind wir über zehn Jahre in der Weltspitze."

Weinbuch will Generationswechsel

Als größte Momente bezeichnet er das doppelte WM-Gold von Ronny Ackermann bei der Heim-WM 2005 in Oberstdorf und den Olympiasieg von Georg Hettich 2006 in Turin.

Die alten Helden sind jedoch müde, und deshalb reizt den leidenschaftlichen Trainer jetzt, den kompletten Generationswechsel erfolgreich zu bewältigen.

Denn Hermann Weinbuch möchte spätestens nach Sotschi 2014 ein bestelltes Feld übergeben: "Dann müssen andere Leute eine Chance bekommen, die mir über Jahre immer geholfen haben. Schließlich ist eine der wichtigsten Sachen im Leben, solidarisch zu denken."

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