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Mario Stecher darf bei der Ski-WM zum zweiten mal Staffel-Gold bejubeln © getty

Die DSV-Kombinierer verpassen im Team wie von der kleinen Schanze WM-Gold. Österreich ist im Schluss-Sprint wieder schneller.

Oslo - Tino Edelmann grätschte mit letzter Verzweiflung über die Ziellinie, doch Mario Stecher war auch dieses Mal wieder zu stark für den Schlussläufer der deutschen Kombinierer.

Auch im zweiten Teamwettbewerb von Oslo konnten die nordischen Zweikämpfer den "Goldfluch" nicht bannen - statt der ersten Goldmedaille mit der Mannschaft seit 24 Jahren gab es wieder "nur" Silber. (DATENCENTER: Ergebnisse Skilanglauf)

Während Stecher und seine österreichischen Kollegen jubelnd durch das Ziel hüpften, musste Edelmann getröstet werden.

Mit sechs Mal Edelmetall stellten Edelmann und Co. aber möglicherweise einen WM-Rekord für die Ewigkeit auf.

Letztes Gold vor 24 Jahren

"Die Jungs haben brutal gekämpft, aber es will einfach nicht klappen mit der Goldmedaille. Wir haben von acht möglichen Medaillen sechs gewonnen. Das wird es wahrscheinlich nie mehr geben", sagte Bundestrainer Hermann Weinbuch.

Allerdings verpassten Johannes Rydzek (Oberstdorf), Björn Kircheisen (Johanngeorgenstadt), Eric Frenzel (Oberwiesenthal) und Edelmann (Zella-Mehlis) die Chance, dem scheidenden Bundestrainer einen goldenen Abschied zu bescheren. (SERVICE: Der WM-Zeitplan)

Beim Wettbewerb von der Normalschanze fehlten 0,4, diesmal nach Zielfotoentscheid 0,1 Sekunden zum Titel. Stattdessen blieb wie bei den letzten fünf WM-Teamwettbewerben Rang zwei.

"Österreich war einen Tick besser"

"Nach der ersten Runde dachte ich schon, wir müssten mit Bronze zufrieden sein. Ich freue mich jetzt über Silber, auch wenn ich Mario endlich schlagen wollte und es so aussah, als würde ich es schaffen. Aber Österreich war eben einen Tick besser", sagte Edelmann.

Am Montag hatte er noch versucht, aus dem Windschatten von Stecher heraus zu Gold zu sprinten, diesmal versuchte er es von vorne weg - erneut nicht mit dem erhofften Erfolg.

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"Dem haben die Trainer unterwegs immer zugerufen: Heute bist du an der Reihe. Da hab' ich mir gedacht: Wir werden schon sehen, wo der Bartl den Most holt", sagte Stecher.

"Das Bier ist schon gekauft"

Allzu groß war die Enttäuschung im deutschen Lager gleichwohl nicht. Nur Kircheisen fand es "zum Kotzen", Frenzel betonte: "Es war ein herrliche WM. Wir hätten uns nie träumen lassen und nie zu wünschen gewagt, dass es so läuft."

Er hatte auf der Normalschanze im Einzel vor Edelmann gewonnen, auf der Großschanze belegte Rydzek vor Frenzel Platz zwei, zweimal Silber rundete das beste Ergebnis eines Kombinierer-Teams überhaupt bei einer WM ab.

"Wir werden feiern, das Bier ist schon gekauft", sagte Weinbuch, der beim letzten Team-Sieg 1987 noch als Athlet dabei war.

Rydzek fällt zurück

Nach dem Sprunglauf von der Großschanze durfte das deutsche Team noch vom Titel träumen. Frankreich lag lediglich 32 Sekunden vor den zweitplatzierten Deutschen - auf 4x5 km schien das aufholbar.

"Wir dürfen jetzt nicht an Gold denken. Gold kann man nicht erzwingen, Gold muss passieren", sagte Kircheisen. Und nach Startläufer Rydzek schien klar, dass es auch diesmal nicht passieren würde.

Er hielt den Rückstand zwar konstant, fiel aber auf Platz vier zurück.

Frenzel hält mit Gottwald mit

Doch Kircheisen startete bravourös, bereits nach der Hälfte seiner Etappe hatte er 20 Sekunden aufgeholt. Nach 3,3 km schnappte er sich zusammen mit dem Österreicher David Kreiner den Franzosen Maxime Laheurte.

Beim zweiten Wechsel lagen Kircheisen und Kreiner gleichauf an der Spitze.

Frenzel hatte nun die anspruchsvolle Aufgabe, mit Felix Gottwald, dem wohl besten Läufer des Feldes, mitzuhalten - und er schaffte es. Er benutzte den Österreicher als Zugmaschine, der Vorsprung auf Platz drei wuchs.

Mit nur 1,5 Sekunden Rückstand auf Gottwald schickte er Edelmann auf die letzten 5 km - doch auf den letzten Metern fehlte dem dann das nötige Glück.

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