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Björn Kircheisen holte sechs Mal Gold bei Junioren-Weltmeisterschaften © imago

Überraschend siegt das DSV-Quartett beim Teamwettbewerb in Schonach. Björn Kircheisen setzt die entscheidende Attacke.

Schonach - Ohne den kranken Weltmeister Ronny Ackermann haben die deutschen Kombinierer die "Schmach von Oberhof" getilgt und überraschend den Team-Weltcup in Schonach gewonnen.

Die Mannschaft mit Björn Kircheisen, Georg Hettich, Eric Frenzel und Tino Edelmann siegte vor Norwegen und Österreich.

Beim Heim-Weltcup in der Vorwoche in Oberhof waren die erfolgsverwöhnten Kombinierer noch deutlich hinter den Erwartungen zurückgeblieben.

"Wir haben letzte Woche ordentlich auf den Deckel bekommen. Dafür wollten wir uns natürlich revanchieren", sagte Kircheisen.

Schließlich hatte das Quartett des Deutschen Skiverbands (DSV) 19,6 Sekunden Vorsprung auf Norwegen und lag 34,7 Sekunden vor dem drittplatzierten Olmypiasieger Österreich.

Weinbuch überrascht

"Ich bin schon überrascht, dass wir hier mit dem Rumpfteam gewonnen haben", sagte Bundestrainer Hermann Weinbuch.

Seine Jungs seien phänomenal gesprungen und an der ungeliebten Langenwaldschanze regelrecht über sich hinaus gewachsen.

Entscheidende Attacke von Kircheisen

Kircheisen (Johanngeorgenstadt) setzte als dritter Läufer die entscheidende Attacke und hängte den Österreicher Wilhelm Denifl ab.

Schließlich war es Edelmann (Zella-Mehlis) bei seiner Premiere als Schlussläufer vorbehalten, mit der deutschen Fahne bei Kaiserwetter vor 6000 jubelnden Fans ins Ziel zu stürmen.

Das deutsche Team hatte das Springen zuvor völlig überraschend gewonnen und war mit drei Sekunden Vorsprung auf Österreich sowie sieben Sekunden auf Finnland in die 4x5-km-Staffel gestartet.

Beim Springen hatte der Österreicher Mario Stecher bei optimalen Bedinungen mit einem Schanzenrekord von 101 m für Aufsehen gesorgt.

Sturz in der Loipe

In der Loipe hätte ein Sturz alle Hoffnungen der Deutschen fast schon auf der ersten Runde zerstört. Lokalmatador Hettich lief mit dem Finnen Janne Rynnänen sowie dem Österreicher Lukas Klapfer in der Führungsgruppe, als das Trio plötzlich stürzte.

"Wir sind uns gegenseitig auf die Ski getreten. Da habe ich einen halben Salto gemacht", sagte Hettich, der für den erkrankten Johannes Rydzek (Oberstdorf) starten durfte. Die drei Läufer rappelten sich schnell wieder auf und setzten das Rennen fort.

Hoffnung auf Gold lebt

Die Leistung des DSV-Quartetts ist aufgrund der krankheitsbedingten Absagen von Weltmeister Ronny Ackermann (Dermbach) und Sebastian Hasenay (Zella-Mehlis) umso höher einzustufen.

"Wir sind immer noch geschwächt. Ronny fehlt dem Team einfach", sagte Kircheisen und machte Hoffnung auf einen Gold-Coup bei der WM in Liberec.

Am Sonntag steht der Einzel-Weltcup um den Schwarzwaldpokal auf dem Programm.

Mit der starken Teamleistung im Rücken wollen Kircheisen und Co. dann für den ersten Heimsieg seit 22 Jahren sorgen. Letztmals stand Hubert Schwarz 1987 auf dem Podest ganz oben.

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