vergrößernverkleinern
Ronny Ackermann litt in früheren Jahren unter Pfeifferschem Drüsenfieber © getty

Vor der Nordischen Ski-WM kommt der Titelverteidiger gesundheitlich einfach nicht in Schwung. Immerhin eine Diagnose ist auszuschließen.

München - Überhöhte Pulswerte und Absprung-Sorgen:

Kombinierer Ronny Ackermann kommt vier Wochen vor Beginn der Nordischen Ski-WM in Liberec nur schwer in Topform.

"Ich hoffe darauf, dass ich mir in den letzten drei Weltcups noch die nötige Tempohärte beim Laufen hole und wir beim Springen den richtigen Weg finden", sagt der viermalige Weltmeister in der Nordischen Kombination.

Trotz der gesundheitlichen Probleme ist Bundestrainer Hermann Weinbuch sicher, dass "die Zeit reicht, um Ronny in Form zu bringen".

"Blutwerte in Ordnung"

Ackermann bestritt von den letzten acht Weltcups nur drei, wurde von einem Virus geschwächt und verzichtete auch auf die Reise zu den vorolympischen Wettbewerben nach Vancouver.

"Mein Ruhepuls ist um 20 bis 30 Schläge zu hoch. Dementsprechend komme ich bei harten Trainingseinheiten zu schnell an den Maximalpuls", erklärte der 31 Jahre alte Thüringer.

Aufgekommene Sorgen, dass es sich bei der Infektion wieder um das Pfeiffersche Drüsenfieber handeln könnte, wurden durch medizinischen Untersuchungen zerstreut. "Die Blutwerte sind mittlerweile wieder in Ordnung. Ich bin zuversichtlich, dass sich der Puls in den nächsten acht, neun Tagen auch normalisiert."

Auf dem Weg der Besserung

Und weiter: "Dann sollte eine gute WM-Vorbereitung kein Problem sein. Zumal ich mich nach harten Trainings eigentlich ganz gut fühle", meint Ackermann, der vor Jahren einmal am Pfeifferschen Drüsenfieber erkrankt war.

Auch Hermann Weinbuch sieht seinen langjährigen Musterschüler auf dem Weg der Besserung: "Ronny hat im Lauftraining deutliche Fortschritte gemacht", so der Coach.

Weinbuch hatte in den zurückliegenden Tagen gemeinsam mit Ackermann, Eric Frenzel und Olympiasieger Georg Hettich ein fünftägiges Spezialtraining in Predazzo absolviert.

"Habe fünf Schritte zurück gemacht"

Probleme waren dabei nicht nur bei der Laufform von Ackermann, sondern auch bei der "Umstellung der Feinabstimmung beim Springen" aufgetreten. "Ich bin zu Saisonbeginn stabil gesprungen. Zuletzt habe ich fünf Schritte zurück gemacht. Das Gefühl für den Sprung war komplett zerstört", erzählte das Ackermann.

Der Weltmeister testete in Predazzo neue Sprungstiefel und musste deshalb beim Absprung seine Technik verändern.

Dabei blieb bisher der Erfolg offenbar aus. Abhilfe soll ein neuerliches Trainingscamp in Hinterzarten schaffen, dass Ackermann und Weinbuch gemeinsam mit der kompletten Weltcup-Mannschaft ab Sonntag beziehen.

Hintertür offen

Vom Schwarzwald aus wird dann die Abreise zum kommenden Weltcup in Chaux Neuve erfolgen.

Weinbuch will im Sprungbereich "den eingeschlagenen Weg fortführen, weil er richtig ist". Ackermann aber hält sich die Hintertür offen: "Wenn ich merke, dass es nicht vorwärts geht, dann greife ich auf mein altes Setup zurück und muss hoffen, dass mein gutes Sprunggefühl schnell wieder kommt."

Zum Forum - jetzt mitdiskutieren zurück zur Startseite

teilentwitternE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel