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Tino Edelmann lag schon nach dem 10-km-Langlauf auf dem zweiten Platz © getty

Der deutsche Kombinierer verteidigt seinen Platz aus dem 10-km-Lauf und feiert Silber ausgelassen. Gold holt ein Routinier.

Liberec - "Punkrocker" Tino Edelmann schrie seine Freude heraus, als er mit Silber ein weiteres Kapitel der unglaublichen Erfolgsserie der deutschen Kombinierer geschrieben hatte.

Bei der Premiere des Massenstarts stand in Liberec im elften WM-Wettbewerb in Folge ein Deutscher auf dem Podest, und diesmal war es nicht der nur auf Rang 19 gelandete Vierfach-Weltmeister Ronny Ackermann.(DATENCENTER: Ergebnisse aus Liberec)

Gold holte mit einem Tag Verspätung der US-Amerikaner Todd Lodwick.

Entfesselter Jubel beim DSV

"Das ist der Hammer, einfach Wahnsinn - ich bin Vizeweltmeister. Besser war ich in meinem Leben noch nie drauf", erklärte Edelmann nach dem größten Erfolg seiner Karriere.

Der 23 Jahre alte Lockenkopf riss seine Ski in Himmel und hüpfte durch den Zielraum. Mit 273,7 Punkten musste er sich nur Lodwick (276,0) geschlagen geben, der umgerechnet 115 Zentimeter besser war.

Auf der Tribüne jubelte Sprungtrainer Andreas Bauer wie entfesselt. Das Erfolgsgeheimnis waren die Sprungski, die Edelmanns Techniker in einer Nachtaktion in Bayern neu geschliffen hatte.

Überraschender Erfolg für Edelmann

"Ich bin superglücklich, allen ist eine Last von den Schultern gefallen. Es ist wurscht, wer die Medaille gewinnt, diesmal war es halt eher ein Außenseiter. Tino hat sich das verdient", meinte Bundestrainer Hermann Weinbuch.

Dass ausgerechnet der 23 Jahre alte Sportsoldat die seit der WM 2001 währende Medaillenserie fortsetzte, war tatsächlich eine Überraschung. Das beste Weltcup-Resultat des musikalisch talentierten Edelmann - er hat mit seiner Indie-Punk-Band "Se Klasse" bereits eine CD aufgenommen - war am 16. Dezember 2007 ein dritter Platz.

Ackermann: "Wir sind ein starkes Team"

Der nach dem ersten Durchgang noch drittplatzierte Jung-Papa Eric Frenzel stürzte noch auf Platz acht ab. Die eigentlichen Leitwölfe Ackermann und Kircheisen (26.) hatten gar keine Chance.

"Ich freue mich für Tino. Das zeigt, dass wir ein starkes Team sind", erklärte der im Vorfeld der WM kranke Ackermann nach seinem Comeback: "Ich muss mit meinem Resultat zufrieden sein. Im Laufen war ich gut, im Springen hatte ich ein wenig Pech."

Edelmann verteidigt zweiten Platz

Der erste Versuch eines Springens war am Donnerstag nach 24 Kombinierern wegen eines Schneesturms abgebrochen werden (Wetterchaos stoppt WM). 24 Stunden später schneite es erneut, allerdings blies der Wind am Berg Jested diesmal nicht ganz so stark.

Edelmann schaffte im ersten Durchgang 100,5 Meter und behielt auch im zweiten Sprung bei seinen 97 Metern die Nerven. "Das waren Topsprünge, mir fällt ein Riesenstein vom Herzen. Jetzt wird gefeiert", meinte Edelmann, der schon nach der "besten Laufleistung meiner Karriere" am Vortag über 10 km Zweiter gewesen war.

Traum-Comeback von Lodwick

Lodwick konnte er nicht mehr schlagen. Der 32-Jährige US-Amerikaner hatte nach den Winterspielen 2006 eigentlich seine Karriere beendet, feierte nach zwei Jahren Pause in diesem Winter sein Comeback und nun den größten Erfolg.

Am Sonntag soll bereits der WM-Einzelwettbewerb der Kombinierer über die Bühne gehen. Dort ist Ackermann Titelverteidiger und Edelmann Geheimfavorit.

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