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Todd Lodwick gewann in Liberec bereits WM-Gold im Massenstart © getty

Schwarzer Tag für die Nordischen Kombinierer bei der WM in Liberec: Die Deutschen verpassen eine Medaille. Todd Lodwick jubelt.

Liberec - Sebastian Haseney war nach Platz sieben angefressen, Titelverteidiger Ronny Ackermann sank als 13. erschöpft in den Schnee.

Die unglaubliche Erfolgsserie der deutschen Kombinierer ist nach acht Jahren gerissen.

Erstmals stand nach elf WM-Wettbewerben in Folge keiner der mit Materialproblemen kämpfenden Deutschen auf dem Podest, von dessen oberster Stufe in Liberec der überglückliche Doppelweltmeister Todd Lodwick grüßte.

"Ging einfach nicht"

"Jede Serie reißt einmal. Wir wollten zwar wieder eine Medaille, aber es ging diesmal einfach nicht. Wir hatten nicht das optimale Gerät an den Füßen", kommentierte Bundestrainer Hermann Weinbuch.

Am Freitag hatte Tino Edelmann noch Silber gewonnen (Edelmann springt zu Silber), diesmal war er als Neunter chancenlos. Zuletzt hatte es am 15. Februar 2001 kein deutsches Edelmetall in einem WM-Einzelwettkampf der Kombinierer gegeben, als Marko Baacke Achter in Lahti wurde.

Haseney kam mit 1:14,9 Minuten Rückstand hinter dem "Phänomen" Lodwick ins Ziel, der 48 Stunden nach seinem Massenstart-Gold auch im Einzelrennen ganz oben stand.

Enttäuschter Haseney

Der Norweger Jan Schmid belegte mit 13,0 Sekunden Rückstand Platz zwei vor dem zweiten US-Amerikaner Bill Demong. "Mein Lauf war eigentlich in Ordnung, aber ich musste alles alleine machen. Mehr war nicht drin", sagte Haseney enttäuscht.

Dabei hatte das deutsche Team nach dem Springen noch beste Chancen auf seine zweite Medaille in Tschechien gehabt.

Ronny Ackermann war nach einem starken 98,5-Meter-Sprung mit zwölf Sekunden Rückstand auf Spitzenreiter Lodwick ins Rennen gegangen, Edelmann mit 20.

Falsche Ski

"Natürlich bin ich enttäuscht. Aber heute hatten wir einfach nicht die richtigen Ski", sagte der viermalige Weltmeister Ackermann. In der Loipe konnte niemand dem Höllentempo von Lodwick folgen.

"Gott will, dass ich hier ganz oben stehe", erklärte der zweifache Vater: "Aber ich freue mich schon auf meine Familie."

Nach den Olympischen Winterspielen 2006 hatte er eigentlich seine Karriere beendet, feierte nach zwei Jahren Pause in diesem Winter sein Comeback und nun auf eine fast unglaubliche Art und Weise die zweite Goldmedaille.

Kircheisen wütet

Der Gesamtweltcup-Dritte Björn Kircheisen büßte bereits auf der Schanze mit einem 85-Meter-Hüpfer alle Chancen ein und verließ nach seiner zweiten Pleite in Liberec als 45. wutentbrannt die Arena.

"Das hat mit einer WM nichts zu tun. Ich hatte hier schon zum zweiten Mal keine Chance wegen dem Wind", schimpfte der Sachse: "Langsam habe ich keine Lust mehr zum Trainieren".

Das sollte er aber, schließlich soll am kommenden Donnerstag mit dem ersten deutschen Team-Gold bei der WM seit 22 Jahren eine Revanche für die Pleite gelingen.

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