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Eric Frenzel belegte beim Weltcup-Finale zwei Mal Platz vier © imago

Ein Finne sichert sich beim Weltcup-Finale der Kombinierer die Große Kugel. Die Deutschen gewinnen die Nationen-Wertung.

Vikersund - Das Podest zweimal verpasst, den Trostpreis Nationen-Weltcup gewonnen: Die urlaubsreifen deutschen Kombinierer hatten beim Saisonfinale in Vikersund nur teilweise Grund zur Freude.

Eric Frenzel sorgte als Vierter für das beste Resultat des Wochenendes, der kraftlose Björn Kircheisen kam nicht über die Ränge acht und neun hinaus. Derweil gewann der 20-jährige Finne Anssi Koivuranta als zweitjüngster Kombinierer aller Zeiten den Gesamtweltcup.

"Die Saison war lang, und wenn es am Ende nicht mehr so läuft, sehe ich das nicht so verbissen", sagte Kircheisen und zog zufrieden sein Saisonfazit: "Der Anfang war durchwachsen, aber ich habe mich selbst aus dem Dreck gezogen und noch zwei WM-Medaillen gewonnen. Jetzt habe ich bis Mai frei und bereite mich dann auf Olympia vor."ad

Gratulation an Koivuranta

Bei Kaiserwetter gratulierte Vizeweltmeister Kircheisen dem neuen Kombinierer-König Koivuranta artig zum Triumph.

Der kleine Finne hatte im ersten Wettkampf mit 122,5 Metern einen Schanzenrekord aufgestellt und mit seinem überlegenen Sieg vor US-Boy Bill Demong und seinem ärgsten Widersacher Magnus Moan (Norwegen) für eine Vorentscheidung im Kampf um die große Kristallkugel gesorgt.

24 Stunden später war Demong vor den Norwegern Petter Tande und Mikko Kokslien vorn, Koivuranta reichte Platz acht zur endgültigen Entscheidung.

Frenzel sichert Nationencup

Der am Vortag viertplatzierte Eric Frenzel lief hinter Kircheisen auf Platz zehn und sicherte dem Team des Deutschen Skiverbandes (DSV) die erfolgreiche Verteidigung des Nationencups.

"Die Jungs haben für den Pokal gekämpft. Das ist auch ein Dankeschön an die Stützpunkt-Trainer in Deutschland. So konnten wir ihnen für ihre Arbeit etwas zurückgeben", sagte Sprung-Trainer Andreas Bauer.

Kircheisen hadert

In der Olympiasaison will Bauer seinen ohnehin laufstarken Kombinierern auf der Schanze verstärkt Beine machen: "Da müssen wir stabiler werden."

Kircheisen zeigte sich einsichtig, haderte aber auch mit dem Pech am Bakken.

"Ich hatte in diesem Jahr so oft schlechte Bedingungen, dass es ein Glücksspiel war. Ich spiele Lotto, aber in Sachen Rückenwind habe ich deutlich mehr Glück", sagte der 25-Jährige. Kircheisen regte an, wieder zur erst vor der Saison abgeschafften Wettkampfform mit zwei Sprüngen zurückzukehren.

"Nicht groß nachdenken"

Für Frenzel lief es in Vikersund an der Schanze dagegen fast optimal. "Bei mir passt es einfach im Springen wieder. Ich muss nicht mehr groß nachdenken, alles funktioniert von allein. Deshalb bin ich wieder vorne dabei und muss beim Langlauf nicht nur aufholen", sagte der Staffel-Vizeweltmeister.

Hinter dem 20-Jährigen aus Oberwiesenthal sammelte der erst 17 Jahre alte Johannes Rydzek Argumente für einen Aufstieg ins Weltcup-Team.

Der für den pausierenden Ronny Ackermann in die Mannschaft gerückte Allgäuer lief auf die Ränge 7 und 23. C-Kader-Athlet Rydzek war am Saisonanfang durch den Kreuzbandriss von Christian Beetz in einer Nacht-und-Nebel-Aktion ins Team geholt worden. Seine Zeit in der dritten Kombinierer-Liga dürfte nach diesem Winter beendet sein.

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