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Felix Loch holte 2008 WM-Gold in Oberhof und 2009 in Lake Placid © getty

Der Favorit holt in Altenberg den dritten WM-Titel und hat nun die Chance, es seinem Vorbild im Gesamtweltcup gleich zu tun.

Altenberg - Von Freundin Lisa gab es zur Belohnung einen Kuss, von Mentor Georg Hackl einen Schulterklopfer und vom Rivalen Armin Zöggeler ein großes Kompliment:

Nach seinem phänomenalen Goldrennen bei der Heim-WM in Altenberg lagen Rodel-Olympiasieger Felix Loch alle zu Füßen.

Der 22-Jährige aus Berchtesgaden sicherte sich in überragender Manier den dritten WM-Titel seiner Karriere und schloss damit zu seinem großen Idol Hackl auf.

"Ich bin unglaublich glücklich. Der Schlitten, die Tagesfom - es hat alles gepasst, besser hätte es nicht laufen können", sagte ein strahlender Loch, dem die Unterstützung auf der Tribüne sichtlich beflügelte.

"Es waren alle da, von der Oma bis zur Freundin. Da macht das Gewinnen besonders Spaß", fügte er hinzu.

Zöggeler zieht den Hut

Nach Bahnrekord im ersten und Bestzeit im zweiten Lauf hatte der Polizeimeister am Ende 0,328 Sekunden Vorsprung auf den Russen Albert Demtschenko und sogar 0,414 Sekunden auf Titelverteidiger Zöggeler aus Italien.

"Er ist in dieser Saison einfach überragend", sagte Zöggeler, der im Vorjahr auf seiner Heimbahn in Cesana noch vor Loch triumphiert hatte.

Schlitten-Gott und Chef

Bereits 2008 als jüngster Rennrodler der Geschichte und 2009 hatte Loch WM-Gold gewonnen. Schon jetzt hat er so viele Titel auf dem Konto wie der "Hackl Schorsch", der als deutscher Co-Trainer maßgeblich am Bau und der Einstellung der Schlitten beteiligt ist.

"Schlitten-Gott", rief Loch seinem Idol nach dem Rennen zu, Hackl antwortete mit der gleichen Hochachtung: "Sauber, Chef!"

Auch im Weltcup wird Loch wohl in die Fußstapfen der Rodel-Ikone treten. Der Gewinn des Gesamtweltcups ist ihm nach fünf Siegen in sieben Rennen kaum noch zu nehmen. Vor 22 Jahren hatte Hackl als bislang letzter deutscher Rodler die Kristallkugel gewonnen.

Gutes Teamergebnis

Für DOSB-Präsident Thomas Bach, der das Rennen an der Bahn begeistert mitverfolgte, ist Loch schon jetzt ein Großer des deutschen Sports. "Ihn zeichnet eine große Konstanz aus. Er ist immer auf dem Punkt topfit. Das ist es, was große Athleten ausmacht. " (SERVICE: Alles zum Wintersport).

Vater Norbert Loch, der gleichzeitig auch Bundestrainer ist, war stolz. "Felix hat alles richtig gemacht", sagte der 49-Jährige, der jedoch auch mit den Plätzen vier bis sechs durch Johannes Ludwig, Andi Langenhan und David Möller zufrieden war: "Sie haben nicht viel falsch gemacht."

Kritik an Unterwäsche-Rodler

Neben Loch gehörte die größte Aufmerksamkeit einem Rodler, der 34. von 37 Startern wurde: Bruno Banani aus dem Königreich Tonga.

Am Rande der WM gab die Pressesprecherin von Tongas Prinzessin Pilolevu Tuita zu, dass Bananis ursprünglicher Name Fuahea Semi nachträglich geändert wurde.

DOSB-Chef Bach kritisierte diese Werbemaßnahme scharf: "Ich halte das wirklich für eine perverse Marketingidee."

Weitere Medaillen winken

Als Sponsor und Namensgeber sprang ein in Chemnitz beheimateter Unterwäschehersteller ein, der zudem auch die WM in Altenberg finanziell unterstützt.

Vielleicht hielt sich Weltverbandspräsident Josef Fendt auch deshalb mit Kritik zurück. Die Geschichte habe zwar "keinen so tollen Beigeschmack", sagte Fendt: "Aber es gibt da einen Spruch: Bad news are good news. So kann man es sehen."

Auch beim WM-Abschluss am Sonntag mit dem Rennen der Frauen und der Team-Staffel sind die deutschen Athleten klare Favoriten. Zum Auftakt am Freitag hatten die Doppelsitzer Toni Eggert/Sascha Benecken Silber gewonnen.

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