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Felix Loch feierte in seiner sechs-jährigen Laufbahn bereits 14 Weltcup-Siege © getty

Rodel-Weltmeister Felix Loch sichert sich mit dem Sieg in Sigulda erstmals die Gesamtwertung und dankt seinem großen Idol.

Sigulda - Felix Loch umarmte innig seinen Vater, reckte danach die Faust in den Himmel und strahlte wie ein Schneekönig:

Der Olympiasieger hat den ersten Weltcupgesamtsieg eines deutschen Rodlers seit 22 Jahren gefeiert und ist damit endgültig in die Fußstapfen seines großen Idols Georg Hackl getreten (SERVICE: Alles zum Wintersport). .

"Ich bin unglaublich stolz. Das ist eine perfekte Saison für mich", sagte Loch, nachdem er mit seinem packenden Sieg im lettischen Sigulda den Triumph bereits im vorletzten Saisonrennen perfekt gemacht hatte.

Dabei fuhr der frisch gekürte Weltmeister mit einem sensationellen zweiten Lauf noch vom fünften auf den ersten Platz vor und sicherte sich damit den sechsten Sieg im achten Weltcuprennen.

In Gedanken bei der Freundin

"Das war ein Wahnsinnsrennen. Ich hätte nie gedacht, dass ich noch ganz nach vorne fahren kann", sagte Loch.

Doch in der Stunde des Triumphes dachte der Berchtesgadener auch an die erkrankte Oma seiner Freundin Lisa.

"Ich grüße die Oma meiner Freundin und wünsche ihr gute Besserung. Ich bin bald wieder zu Hause", sagte Loch in eine TV-Kamera.

Nur noch der EM-Sieg fehlt

Diese Szene zeigt gut, wie der überragende Rodler dieser Saison tickt. Erfolgreich, aber nie abgehoben.

Schon jetzt hat der jüngste Weltmeister und Olympiasieger der Geschichte historische Erfolge gefeiert.

In seiner Titelsammlung fehlt dem 22-Jährigen nur noch der EM-Sieg.

Die Möglichkeit, diese Lücke zu schließen, hat er bereits am kommenden Wochenende beim Weltcupfinale im russischen Paramonowo, das gleichzeitig als EM ausgefahren wird.

Hackl voll des Lobes

Trotz seiner vielen Erfolge fehlt es Loch nicht an Motivation.

"Ich bin selten ganz zufrieden mit mir. Ich kann mich immer verbessern", meinte Loch.

Genau diese Eigenschaften machen ihn zu einem herausragenden Sportler, findet Rodel-Ikone Hackl.

"Felix ist ein kompletter Athlet, sehr nervenstark und immer hoch motiviert", sagte der dreimalige Olympiasieger, der als deutscher Co-Trainer maßgeblich am Bau und der Einstellung von Lochs Schlitten beteiligt ist.

"Er ist wie ein großer Bruder"

Dass er nun nicht mehr der letzte deutsche Weltcupgesamtsieger ist, stört "Hackl Schorsch" überhaupt nicht: "Ich gönne es Felix von ganzem Herzen."

Die hohe Wertschätzung beruht auf Gegenseitigkeit.

"Er ist mein großes Vorbild und wie ein großer Bruder für mich", sagte Loch, der bei Hackls Triumph 1990 noch nicht einmal ein Jahr alt war.

Vor Loch und dem zweimaligen Sieger Hackl konnten aus deutscher Sicht nur noch Anton Winkler (1978) und Michael Walter (1984) den Gesamtweltcup gewinnen.

Möller und Palik enttäuschen

Auf der Bahn in Sigulda, auf der sich die deutschen Rodler traditionell schwer tun, belegte der Oberhofer Johannes Ludwig den vierten Platz (+0,159) vor seinem Teamkollegen Andi Langenhan (Zella-Mehlis/+0,369).

Der Olympiazweite David Möller aus Sonneberg wurde nur Zwölfter (+0,846), Ralf Palik (Oberwiesenthal) sogar nur 23. (+1,982).

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