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Gesamt-Weltcupsieger Felix Loch (r.) und Georg Hackl präparieren einen Schlitten © imago

Felix Loch tritt endgültig in die Fußstapfen seines großen Vorbilds Georg Hackl. Der ist begeistert. Der Jüngere will noch mehr.

Sigulda - Als Belohnung für seinen historischen Triumph wurde Felix Loch von seinem großen Idol Georg Hackl am Abend auf ein Bierchen eingeladen. (Bericht: Loch gewinnt Gesamtweltcup)

"So was muss sein, es gab ja was zu feiern", sagte der "Hackl Schorsch".

Das gab es in der Tat. 22 Jahre nach dem bislang letzten Weltcup-Gesamtsieg eines deutschen Rodlers durch Hackl holte sich Olympiasieger Loch die Kristallkugel.

Damit ist er endgültig in die Fußstapfen seines Mentors getreten.

"Ich bin unglaublich stolz. Das ist eine perfekte Saison für mich", sagte Loch und strahlte dabei wie ein Schneekönig. (SERVICE: Alles zum Wintersport)

Von fünf auf eins

Der frisch gekürte Weltmeister machte den Triumph bereits im vorletzten Saisonrennen im lettischen Sigulda perfekt, als er sich dank eines fulminanten zweiten Laufs noch vom fünften auf den ersten Platz verbesserte. Es war bereits sein sechster Sieg im achten Weltcuprennen der Saison.

"Das war der Wahnsinn. Ich hätte nie gedacht, dass ich noch ganz nach vorne fahren kann", sagte Loch.

Doch in der Stunde des Erfolgs war der Berchtesgadener mit seinen Gedanken auch bei der erkrankten Oma seiner Freundin Lisa. "Ich grüße die Oma meiner Freundin und wünsche ihr gute Besserung. Ich bin bald wieder zu Hause", sagte Loch in eine TV-Kamera.

Nie abgehoben

Diese Szene zeigt gut, wie der überragende Rodler dieser Saison tickt: Ehrgeizig, aber nie abgehoben. Schon jetzt hat der jüngste Weltmeister und Olympiasieger der Geschichte historische Erfolge vorzuweisen. In seiner Titelsammlung fehlt dem 22-Jährigen nur noch der EM-Sieg.

Die Möglichkeit, diese Lücke zu schließen, hat er bereits am kommenden Wochenende beim Weltcupfinale im russischen Paramonowo, das gleichzeitig als EM ausgefahren wird. "Das wäre natürlich ein schöner Saisonabschluss. Ich greife an", sagte der Sohn von Bundestrainer Norbert Loch.

Hohe Wertschätzung

Daran hat Hackl keinen Zweifel.

"Felix ist ein gnadenlos zielstrebiger Athlet. Seine Nervenstärke und Athletik machen ihn so stark", sagte der dreimalige Olympiasieger, der als deutscher Co-Trainer maßgeblich am Bau und der Einstellung von Lochs Schlitten beteiligt ist. Dass er nun nicht mehr der letzte deutsche Weltcupgesamtsieger ist, stört ihn überhaupt nicht: "Ich gönne es Felix von ganzem Herzen."

Die hohe Wertschätzung beruht auf Gegenseitigkeit. "Er ist mein großes Vorbild und wie ein großer Bruder für mich", sagte Loch, der bei Hackls Triumph 1990 noch nicht mal ein Jahr alt war.

Vor Loch und dem zweimaligen Sieger Hackl konnten aus deutscher Sicht nur noch Anton Winkler (1978) und Michael Walter (1984) den Gesamtweltcup gewinnen.

Hüfner verpasst Vorentscheidung

Bei den Frauen hat Olympiasiegerin Tatjana Hüfner eine vorzeitige Entscheidung dagegen verpasst.

Die 28-Jährige aus Friedrichroda fuhr mit Rang zehn die schlechteste Platzierung in diesem Winter ein. Durch ihren dritten Saisonsieg machte die WM-Dritte Natalie Geisenberger aus Miesbach den Kampf um die Kristallkugel noch einmal spannend.

Hüfner, die mit dem fünften Weltcupgesamtsieg in Folge mit Rekordhalterin Silke Kraushaar-Pielach gleichziehen könnte, führt vor dem Finale nur noch mit 26 Punkten vor Geisenberger.

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