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Felix Loch gewann bei Weltmeisterschaften bereits sieben Medaillen, davon sechs Goldene © imago

Weltmeister Felix Loch spricht im SPORT1-Interview über seinen Mentor Georg Hackl und die Dominanz der deutschen Rodler.

Von Benjamin Bauer und Annette Bachert

München - Er ist Olympiasieger, Weltmeister und Gesamtweltcupsieger (BERICHT: Loch triumphiert im Gesamtweltcup).

Er ist der Nachfolger des legendären Georg Hackl, dem "Hackl Schorsch". Die Rede ist von Felix Loch. SHOP: Jetzt Rodel-Artikel kaufen

Mit seinen 22 Jahren hat der gebürtige Thüringer schon fast alles erreicht, was im Rodel-Sport möglich ist (BERICHT: Hackl feiert Eiskönig Loch).

Und den fehlenden Europameister-Titel will Loch am kommenden Wochenende beim Weltcup-Finale im russischen Paramonowo, das gleichzeitig als EM ausgefahren wird, einheimsen.

Im SPORT1-Interview spricht der beste deutsche Rodler über seine Ziele bei der EM, seinen Mentor, die Wok-WM und erklärt, warum die deutschen Eiskanal-Athleten den Weltcup dominieren.

SPORT1: Olympiasieger, mehrfacher Weltmeister und nun auch Weltcup-Gesamtsieger. Herr Loch, welche Ziele haben Sie noch?

Felix Loch: Natürlich hab ich noch Ziele. Unter anderem fehlt ja noch der Europameistertitel. Aber mir macht das Rodeln so viel Spaß, dass ich immer wieder gewinnen möchte.

SPORT1: Das Weltcup-Finale in Russland wird auch als EM gewertet. Hätten Sie die EM lieber als eigenständiges Event?

Loch: Natürlich wäre ein Rennen mehr schön für uns, aber das hängt nicht von uns Sportlern ab.

SPORT1: Sie sagten Georg Hackl ist Ihr großes Vorbild und wie ein großer Bruder. Inwieweit und in welchen Bereichen genau steht er Ihnen zur Seite?

Loch: Er gibt mir Tipps, wie ich mich am besten auf die Rennen vorbereite. Wir arbeiten zusammen am Material, um es zu verbessern. Und er rät mir, wie ich am besten und schnellsten die optimale Fahrspur hinbekomme.

SPORT1: Sie selbst legen an ihrem Gefährt Hand an. Wo steckt denn noch Verbesserungspotenzial im Schlitten, aber auch bei Ihnen selbst?

Loch: Am Schlitten gibt es immer was zu verbessern, und an mir habe ich auch immer zu arbeiten, egal ob es die optimale Fahrlage auf dem Schlitten ist oder die optimale Fahrspur in der Bahn ist.

SPORT1: Kann man das Tüfteln an dem Rodel etwa mit der Leidenschaft von Männern, die ihre Autos tunen und an ihnen rumschrauben, vergleichen?

Loch: Ja, so in etwa kann man das sehen.

SPORT1: Nach den ganzen Triumphen und Medaillen kommt der Vergleich zu Georg Hackl natürlich immer öfter auf. Rein äußerlich könnte der Unterschied aber kaum größer sein: Knapp 20 Zentimeter und gut zehn Kilo trennen Sie. Welche Statur verspricht theoretisch den größeren Erfolg?

Loch: Ich denke mal, so wie es bei mir gerade ist. Der Trend geht immer weiter in die Richtung von größeren Sportlern.

SPORT1: Woran liegt es, dass die deutschen Rodler und vor allem die Rodlerinnen so dominieren?

Loch: Ja, das ist eine gute Frage. Ich denke mal, dass es einfach die sehr gute Jugendarbeit bei uns in Deutschland ist, dass dort die Grundsteine für später gelegt werden.

SPORT1: Sie haben auch schon bei Stefan Raabs Wok-WM mitgemacht. Sehen Sie solche Events als willkommene Abwechslung zum harten Leistungssport?

Loch: Natürlich ist das eine lustige Abwechslung und macht auch unglaublich Spaß.

SPORT1: Ist Ihr Ehrgeiz auch bei solchen Events unbegrenzt?

Loch: Ehrgeiz ist natürlich immer mit dabei, ich bin schließlich Leistungssportler (SERVICE: Alles zum Wintersport).

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