DOSB-Präsident Thomas Bach hat die Namensänderung des Rodlers Bruno Banani aus dem Königreich Tonga zu Werbezwecken scharf kritisiert.

"Ich halte das wirklich für eine perverse Marketingidee", sagte der Chef des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) dem "ARD-Hörfunk" und fügte an: "Es ist für mich ziemlich geschmacklos, den Namen für einen Sponsor zu wechseln. Das geht mir zu weit, das hat mit vernünftigem Marketing nichts zu tun und disqualifiziert sich selbst."

Sollte sich Banani, der am Samstag bei der WM in Altenberg an den Start ging, für Olympia 2014 in Sotschi qualifizieren, müsste das Internationale Olympische Komitee (IOC) den 24-Jährigen wohl unter seinem Werbenamen fahren lassen.

"Wenn sein Name im Pass offiziell steht, glaube ich nicht, dass man hier reagieren kann. Er könnte dann wohl auch teilnehmen", sagte IOC-Vizepräsident Bach.

Am Rande der WM hatte die Pressesprecherin von Tongas Prinzessin Pilolevu Tuita, die auf der Südseeinsel den nationalen Rodelverband gründete, die Namensänderung aus Geldmangel zugegeben. Banani wurde als Fuahea Semi geboren, Reisepass und Geburtsurkunde wurden erst auf Anregung einer kalifornischen Marketingagentur geändert.

Als Sponsor und Namensgeber sprang ein in Chemnitz beheimateter Unterwäschehersteller ein, der zudem auch die WM in Altenberg finanziell unterstützt. Deshalb hielt sich Rodel-Weltverbandspräsident Josef Fendt auch mit Kritik zurück.

Die Geschichte habe zwar "keinen so tollen Beigeschmack", sagte Fendt: "Aber es gibt da einen Spruch: Bad news are good news. So kann man es sehen."

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