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Zwist unter Doppel-Olympiasiegern: Maria Höfl-Riesch (l.) und Markus Wasmeier © imago

Vor dem ersten WM-Rennen muss Maria Höfl-Riesch herbe Kritik von Markus Wasmeier einstecken. Ihr Ehemann vermutet Eifersucht.

Von der Ski-WM berichtet Andreas Kloo

Schladming - Maria Höfl-Riesch wirkte entspannt und locker wie schon lange nicht mehr, als sie am Sonntagabend dem DSV-WM-Treff einen Besuch abstattete.

Ihre Erkältung ist abgeklungen, der WM-Start am Dienstag mit dem Super-G (ab 11 Uhr im LIVE-TICKER) kann kommen. (DATENCENTER: Ergebnisse)

Doch offenbar hatte sie da noch nichts von der nächsten Attacke ihres schärfsten Kritikers gehört.

"Maria wird keine Rolle spielen"

Doppel-Olympiasieger Markus Wasmeier hatte im Interview mit dem "Spiegel" zum wiederholten Male gegen Höfl-Riesch geledert. Und diesmal ging es nicht mehr nur um Kritik an deren Biografie "Geradeaus", das im vergangenen Herbst erschienen war.

Nun spricht Wasmeier Höfl-Riesch auch die sportliche Leistungsfähigkeit ab. "Sie wird kaum eine Rolle spielen. Maria hat derzeit genug Sorgen damit, sich selbst zu ordnen. Das ist manchmal so bei Sportlern", sagte der Schlierseer zu Höfl-Rieschs Medaillenchancen in Schladming.

In Topform ist die Garmischerin zwar in der Tat nicht, ihren letzten Sieg feierte sie im November beim Slalom in Levi.

Sie ist aber auch nicht meilenweit weg von den Medaillenrängen. Zuletzt schrammte sie beim Riesenslalom in Maribor als Vierte knapp am Podest vorbei.

Unverständnis beim DSV

Beim DSV reagiert man mit Kopfschütteln auf die Kritik des einstigen deutschen Ski-Helden.

"Die Aussagen von Markus Wasmeier sind für mich nicht nachvollziehbar. Derzeit ist Maria Zweite im Gesamt-Weltcup. Sie kann sich sehr gut auf Großereignisse fokussieren und hat in allen Disziplinen die Möglichkeit aufs Podest zu fahren", kommentiert Alpindirektor Wolfgang Maier bei SPORT1 Wasmeiers Aussagen.

Höfl vermutet Eifersucht

Eine Antwort bekam Wasmeier auch schon vom Ehemann der Doppel-Olympiasiegerin.

Marcus Höfl, gleichzeitig auch ihr Manager, vermutet Eifersucht als Wasmeiers Hauptantrieb.

Er sei nicht damit zufrieden, dass er seit Olympia 2010 nun nicht mehr der aktuellste und populärste deutsche Doppel-Olympiasieger im alpinen Skisport ist, glaubt Höfl.

"Ich kann es mir nur so erklären, dass Markus Wasmeier offenbar unzufrieden ist mit seiner Rolle - oder mit den Rollen, die er alle nicht spielt. Oder nicht gespielt hat. Wie damals, als Katarina Witt Chefin der Münchner Olympiabewerbung wurde und er gleich gegen sie loslederte", äußerte sich Höfl in der "Welt".

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Wasmeier frauenfeindlich?

Bei der jüngsten Kritik an ihrem Buch schritt Höfl-Riesch selbst ein und konterte Wasmeier verbal: "Wer schon beim Bilden deutscher Sätze Probleme hat, der hat natürlich auch Probleme mit einem Buch. Aber ich bedanke mich bei ihm für die Werbung, die er damit für meins gemacht hat."

Diesmal übernahm ihr Ehemann die Gegenattacke: "Es geht nicht nur darum, dass er über Maria Dinge verbreitet, die nicht stimmen, und es so darstellt, als sei sie fremdbestimmt, sondern auch um das permanente Herunterreden des Frauenskisports".

Im "Spiegel"-Interview hatte Wasmeier zur Schwierigkeit der Damen-Abfahrt gesagt: "Die Frauen haben es etwas besser als die Männer, ihre Piste ist nicht allzu gefährlich. Die schafft jede."

Druck liegt bei Österreichern

Die Schlammschlacht zwischen Wasmeier und ihrem Ehemann überdeckt, dass Höfl-Riesch so locker wie nie in eine WM starten könnte, ganz ohne Favoritenbürde oder Gastgeberdruck wie zuletzt vor zwei Jahren in Garmisch.

Die Österreicher tun ihr fast ein bisschen leid. "Es ist ein riesiger Erwartungsdruck, jeder schaut auf einen, das gilt in Österreich besonders, der Skination schlechthin", beschreibt sie die psychologisch schwierige Lage für das ÖSV-Team.

"Bei der Anna Fenninger wird mit vier Medaillen gerechnet, der Marcel Hirscher muss im Slalom Gold holen, Platz zwei wäre schon eine Enttäuschung", führt sie weiter aus.

Im Gegensatz zu Wasmeier sieht sie sich alles andere als chancenlos im Kampf um die Medaillen: "Wenn alles zusammenpasst, weiß ich, dass ich vorne mitfahren kann", ist sie sich sicher.

Rebensburg mit guter Ausgangsposition

Bessere Chancen scheint allerdings diesmal ihre Teamkollegin Viktoria Rebensburg zu haben.

Die 23-Jährige gewann sowohl den letzten Super-G vor der WM in Cortina als auch den Super-G bei der WM-Generalprobe in Schladming im Vorjahr. "Das war für mich eine sehr schöne Erfahrung. Jetzt freue ich mich, dass es losgeht", blickt die Riesenslalom-Olympiasiegerin deshalb optimistisch Richtung erstes Rennen.

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