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Lindsey Vonn gewann 2009 in Val-d'Isere WM-Gold im Super-G © getty

Beim WM-Auftakt verletzt sich Lindsey Vonn schwer. Ihre Erzrivalin gewinnt den Super-G. Höfl-Riesch verliert die Nerven.

Schladming - Maria Höfl-Riesch hielt sich nur 21 Fahrsekunden auf der Strecke, Viktoria Rebensburg hatte Pech mit dem Nebel - und Veronique Hronek fuhr auf dem Weg zu einer Medaille an einem Tor vorbei.

Am ersten Tag der alpinen Ski-WM in Schladming hatte der um dreieinhalb Stunden verschobene Super-G der Frauen in der überragenden Tina Maze aus Slowenien eine erwartete Siegerin - die deutschen Läuferinnen verpassten dagegen das Podium.

Besonders unglücklich allerdings endete der chaotische Tag für Lindsey Vonn, die schwer stürzte und ins Krankenhaus musste. Dort erhielt sie die niederschmetternde Diagnose Kreuzbandriss.

Zu allem Überfluss musste das Rennen auch noch vorzeitig beendet werden.

Vronek verspielt Medaille

Maze gewann in 1:35,30 Minuten vor Lara Gut aus der Schweiz (+0,38 Sekunden) und Julia Mancuso aus den USA (+0,52). (DATENCENTER: Ergebnisse)

"Ich bin ohne Worte", sagte die Siegerin, die 2011 in Garmisch-Partenkirchen bereits WM-Gold im Riesenslalom gewonnen hatte. Viktoria Rebensburg belegte am Ende Rang acht (+0,94 Sekunden).

Höfl-Riesch, vor zwei Jahren WM-Dritte im Super-G und beeinträchtigt durch den Sturz von Vonn, verfehlte nach einem Leichtsinnsfehler ein Tor.

Ein ähnliches Missgeschick unterlief der jungen Veronique Hronek: 20 Fahrsekunden vor dem Ziel fuhr sie ebenfalls an einem Richtungstor vorbei - sie lag zu diesem Zeitpunkt auf Medaillenkurs.

Höfl-Riesch: Wenigstens heil angekommen

"Ich weiß selbst nicht genau, wie das passiert ist", sagte Höfl-Riesch, sie bekannte aber: "Das war eher ein Problem von mir." (Schlammschlacht zwischen Wasmeier und Höfl)

Ihr sei es nicht gelungen, von 11 Uhr am Vormittag bis zum 13 Mal verschobenen Start um 14.30 Uhr "die Konzentration zu halten", "bei der Sache zu bleiben", vor allem auch nach dem Sturz der unmittelbar vor ihr gestarteten Vonn.

Sie sei "natürlich enttäuscht", sagte die 28 Jahre alte Doppel-Olympiasiegerin, betonte allerdings mit einem kurzen Lächeln auch: "Ich bin erst mal froh, dass ich an einem so verrückten Tag heil unten angekommen bin."

Maze von Vonns Sprung überrasscht

Lindsey Vonn dagegen musste mit einem Hubschrauber ausgeflogen werden. Die Amerikanerin stürzte nach etwa 45 Fahrsekunden schwer, nachdem ihr bei der völlig verunglückten Landung nach einem Sprung das rechte Knie unansehnlich nach innen weggeknickt war.

Höfl-Riesch wurde dadurch beeinflusst, sie hatte als nächste Läuferin schon im Starthaus gestanden, musste eine Viertelstunde warten.

"Der Sprung ging sehr weit, das war schon eine Überraschung", erklärte Siegerin Maze.

"Die Spannungskurve geht nach unten"

Viktoria Rebensburg jedenfalls hatte das Pech, dass just bei ihrer Fahrt wieder kurz eine Nebelbank über die Strecke waberte.

"Optimal war es nicht, ich habe mir unter dem Fahren schon gedacht, wo geht es jetzt hin", berichtete sie. Es sei ohnehin nicht so einfach gewesen mit den ganzen Verschiebungen.

"Die Stimmung, die Spannungskurve geht ein bisschen nach unten", sagte die Riesenslalom-Olympiasiegerin, Gewinnerin des letzten Super-G vor der WM sowie des Super-G beim Weltcup-Finale im vergangenen jahr in Schladming.

Maier gegen späten Start

Das Rennen hätte ursprünglich bereits um 11.00 Uhr gestartet werden sollen, wegen anhaltenden Nebels wurde die Starzeit aber 13 Mal verschoben.

Nach nur acht Teilnehmerinnen trat dann noch eine weitere Verzögerung für eine Viertelstunde ein: Ein Streckenposten war im Kurs gestürzt und ebenfalls mit dem Hubschrauber ausgeflogen worden. Nach 36 von 59 gemeldeten Starterinnen wurde das Rennen schließlich endgültig abgebrochen.

DSV-Alpindirektor Wolfgang Maier war gegen einen Start zu so später Zeit. "Ich halte das nicht für keine besonders gute Lösung", sagte er unmittelbar vor dem Start. "Ich gehe nicht davon aus, dass hier noch ein Rennen unter fairen Bedingungen stattfindet. Wenn man wirklich nicht garantieren kann, dass es gleich ist für alle, soll man es gut sein lassen."

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