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Maria Höfl-Riesch wurde 2009 in Val d'Isere Weltmeisterin im Slalom © getty

Maria Höfl-Rieschs WM-Auftakt geht in die Hose. Kritiker Wasmeier rudert zurück. Der DSV stärkt sein Aushängeschild.

Von der Ski-WM berichtet Andreas Kloo

Schladming - Das Wetter passte zu Maria Höfl-Rieschs verpatztem WM-Auftakt.

Als sie im Zielraum von Schladming die letzten Interviews gab, regnete es.

"Wenn alles zusammenpasst, dann kann ich ganz vorne mitfahren", hatte die Doppel-Olympiasiegerin vor den Weltmeisterschaften (täglich im LIVE-TICKER). angekündigt.

Doch diesmal kam alles an Negativem zusammen.

Alles geht schief

Die stundenlange Warterei wegen der ständigen Verschiebungen, eine teilweise aufgeweichte Piste und dann noch der schwere Sturz ihrer Freundin Lindsey Vonn direkt vor ihrem Start ( 671737 DIASHOW: Die Bilder der Ski-WM ).

Keine idealen Voraussetzungen für die Medaillenjagd beim Super-G. Höfl-Riesch verkraftete diese negativen Einflüsse nicht und schied nach 21 Sekunden aus.

"In einer Phase, in der alles super läuft, schafft man es, so etwas auszublenden und cool zu bleiben. Das ist aber bei mir derzeit nicht der Fall", gab sie hinterher zu.

Bestätigung für Wasmeier

Bereits in den fünf Rennen vor der WM war die Partenkirchenerin dreimal ausgeschieden.

Markus Wasmeier dürfte sich nun jedenfalls bestätigt fühlen.

"Sie wird kaum eine Rolle spielen. Maria hat derzeit genug Sorgen damit, sich selbst zu ordnen", hatte der Doppel-Olympiasieger von 1994 in einem Interview gemutmaßt.

Mittlerweile ließ er verlauten, das er das so überhaupt nicht gesagt haben will.

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Höfl-Riesch mit Maulkorb

Wie auch immer - das Interview sorgte für viel Wirbel. Riesch-Ehemann Marcus Höfl fühlte sich zu einer Konterattacke aufgefordert.

Seine Ehefrau verpasste sich einen Maulkorb zum Thema Wasmeier.

Auch beim DSV ist man verärgert. Alpindirektor Wolfgang Maier nutzte die stundenlange Warterei beim Super-G der Damen zu Gesprächen mit Höfl (DATENCENTER: Ergebnisseder Ski-WM).

Maier fordert Solidarität

Gegenüber den Journalisten brachte er wie schon tags zuvor gegenüber SPORT1 seine Verständnislosigkeit für Wasmeiers Aussagen zum Ausdruck.

"Warum machen wir uns immer vorher gegenseitig fertig?" fragte Maier. "Diese Erscheinung gibt es im DSV seit 25 Jahren", stellte er fest.

[kaltura id="0_f4jldn62" class="full_size" title="Reaktionen auf Vonns Horrorsturz"]

Grundsätzlich würde er sich mehr Unterstützung der ehemaligen Skifahrer für die aktuellen Stars wünschen.

"Die sollten sich doch solidarisch erklären und Sportlern, bei denen es nicht so läuft, mit Ratschlägen zur Seite stehen", fordert er von Wasmeier und Co..

"Werden nicht die Pferde wechseln"

Vom DSV wird es auf jeden Fall weiterhin Unterstützung für Höfl-Riesch geben, wie Maier klarstellte.

"Wir werden jetzt sicher nicht die Pferde wechseln", sagte er metaphorisch.

Hoffnung auf Comeback-Qualitäten

Maier erinnert an frühere Großereignisse, bei denen es für Höfl-Riesch zu Beginn auch nicht lief.

Bei der WM 2009 in Val d'Isere verpatzte die Partenkirchenerin die Speed-Rennen, sorgte dann aber mit Slalom-Gold für einen krönenden Abschluss.

"Da habe ich selbst schon gar nicht mehr so richtig daran geglaubt", erinnert sich Höfl-Riesch heute.

Auch bei Olympia 2010 in Vancouver liefen die Speed-Bewerbe nicht optimal für sie. Doch dann gelang ihr in Super-Kombi und Slalom sogar Doppel-Gold.

Und bei der Heim-WM in Garmisch kämpfte sie sich trotz schwerer Erkältung zu Abfahrts-Bronze.

Rückhalt als Psychologen-Ersatz

Auf diese Kämpferqualitäten setzt Maier auch in Schladming: "So eine Sportlerin darf man nie abschreiben."

Von psychologischer Hilfe für seine Fahrerin will er allerdings nichts wissen: "Das Wichtigste für die Sportler ist es doch zu wissen, dass jemand hinter dir steht", erklärte er.

Auf Verband und Trainerteam kann Höfl-Riesch also weiterhin zählen, bei Wasmeier kann man sich da nicht so sicher sein.