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Maria Höfl-Riesch gewann bei Olympia 2010 in Vancouver zwei Mal Gold © getty

Höfl-Rieschs WM-Titel ist auch für den DSV Gold wert. In der Abfahrt will sie nachlegen. Wörndl erklärt bei SPORT1 ihren Coup.

Von der Ski-WM berichtet Andreas Kloo

Schladming - DSV-Präsident Alfons Hörmann platzte beinahe vor Stolz, als er Maria Höfl-Riesch bei der abendlichen Siegerehrung in Schladming die Goldmedaille für den Sieg in der Super-Kombination überreichte.

Auf Hörmanns bestes Pferd im Stall war mal wieder Verlass. Beim vierten Großereignis in Folge gewann Höfl-Riesch Edelmetall (Bericht).

Für den Deutschen Skiverband kann die WM nun gar kein Misserfolg mehr werden.

Großer Druck ist weg

"Jetzt haben wir unsere Goldmedaille, die WM kann nun aus deutscher Sicht gelassen weitergehen. Der große Druck für den deutschen Skiverband ist weg", freute sich auch Ex-Weltmeister Frank Wörndl bei SPORT1.

Entsprechend gelöst war dann am Freitagabend auch die Stimmung im DSV-WM-Treff, wo Maria Höfl-Riesch ihren großen Triumph an der Seite ihres Ehemannes genoss (671737DIASHOW: Die Bilder der Ski-WM).

Auch die Mannschaftskollegen erhoffen sich durch den Sieg ihres Aushängeschildes zusätzlichen Schwung.

"Fürs Team ist es richtig wichtig, damit wir befreit in die nächsten Rennen starten können", sagte Veronique Hronek, die in der Super-Kombination Platz zwölf belegte.

"Zähle mich zu den Favoritinnen"

Das nächste Rennen ist für Höfl-Riesch die Spezialabfahrt am Sonntag (ab 11 Uhr im LIVE-TICKER). Und da rechnet sich die 28-Jährige nun auch etwas aus. Nach ihrem Kombi-Coup hat sie Lust auf mehr.

"Ich zähle mich jetzt in der Abfahrt schon noch ein bisschen mehr zu den Favoritinnen als vor der WM. Aber da kann ich locker drauf losfahren. Vielleicht geht noch ein bisschen mehr", blickte sie optimistisch Richtung Sonntag und ließ sogar das Abschlusstraining aus.

Bei der Kombi-Abfahrt hatte Höfl-Riesch gezeigt, dass sie wieder zu den Schnellsten auf den langen Latten gehört.

Bis kurz vor dem Ziel hatte sie gar die Bestzeit inne, ehe sie die Einfahrt in den Schlussabschnitt nicht optimal erwischte.

Persönliches Ziel erreicht

Eine weitere Medaille wäre für die Doppel-Olympiasiegerin aber nur eine willkommene Dreingabe.

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Ihre persönliche Vorgabe für die Weltmeisterschaften hat sie bereits erfüllt.

"Ich bin mit dem Ziel hierhergekommen, zumindest eine Medaille zu holen. Dass es jetzt schon im zweiten Bewerb so weit ist, freut mich umso mehr."

Gleichauf mit Seizinger

Die Goldmedaille von Schladming ist insgesamt die vierte in Höfl-Rieschs Karriere.

2009 holte sie sich den WM-Titel im Slalom, 2010 kürte sie sich in Vancouver zur Olympiasiegerin in Super-Kombination und Slalom.

Mit dem vierten Titel schloss sie nun zu Katja Seizinger auf - und enteilte Kritiker Markus Wasmeier, der nur mit drei Goldenen in seiner Karriere aufwarten kann.

"Dass zu der doch schon recht guten Sammlung, die ich habe, jetzt noch einmal eine Goldene dazu kommt, gerade nach der schwierigen Zeit, ist der Wahnsinn", freute sie sich über ihren Aufstieg in der deutschen Legenden-Tabelle.

Auch in Sotschi 2014 am Start

Nur Christl Cranz ist mit 13 Siegen bei WM und Olympia wohl für immer uneinholbar.

Aber da Höfl-Riesch zumindest noch bis Olympia 2014 in Sotschi weitermacht, kann sie Cranz noch näherrücken. Vielleicht schon bei dieser WM.

Maze den Zahn gezogen

Eine weitere Gelegenheit bietet sich neben der Abfahrt im Spezialslalom, der am kommenden Samstag ausgetragen wird.

Nach ihrer starken Vorstellung im Kombi-Slalom gehört sie auch in dieser Disziplin zu den Medaillenkandidatinnen.

Der frühere Slalom-Weltmeister Wörndl lobt vor allem die starke taktische Vorstellung der Deutschen im Fernduell mit Topfavoritin Tina Maze.

"Sie ist einen taktisch sehr starken Slalom gefahren. Sie hat sich oben eher zurückgehalten und dann nach der letzten Vertikale richtig Gas gegeben. Damit hat sie der Tina Maze den Zahn gezogen."

"Hat doch schon alles gewonnen"

Wörndl traut ihr für die nächsten Rennen alles zu - auch weil der große Druck nun weg ist.

Wobei sie den nach Meinung des Sonthofeners ohnehin nie hatte: "Die Maria hat doch schon alles gewonnen, was es zu gewinnen gibt."

Abfahrts-Gold würde in ihrer Sammlung allerdings noch fehlen.

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