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Eric Frenzel hat in seiner Karriere bislang sieben Weltcups gewonnen © getty

Der DSV darf nach der WM mit Blick auf Olympia 2014 zwar hoffen, hat aber auch einige Problemfelder zu bearbeiten.

Cavalese - Am Ende stand die Fünf.

Fünf Medaillen, eine weniger als angepeilt und drei weniger als noch bei der nordischen Ski-WM 2011 in Oslo.

Kein Grund zur Sorge für den Deutschen Skiverband (DSV), ein Jahr vor den Olympischen Spielen in Sotschi aber auch kein Anlass zur Euphorie.

"Wir wollten ein bisschen mehr, keine Frage. Aber wir bleiben optimistisch, dazu haben wir auch genug Gründe", sagt DSV-Sportdirektor Thomas Pfüller.

Das galt in Val di Fiemme allen voran für die Kombinierer.

Gold für Eric Frenzel sowie Bronze für Björn Kircheisen und die Teamsprinter waren angesichts der deutschen Überlegenheit im Weltcup fast schon zu wenig.

"Zunächst ist viel gegen uns gelaufen", sagte Pfüller und meinte die chaotische Staffel, in der das hoch favorisierte DSV-Quartett ein Opfer der Wind-Lotterie wurde.

Hinzu kam Tino Edelmanns Sturzpech im Team-Sprint, das eine mögliche zweite Goldmedaille verhinderte.

Extra-Lob für Frenzel

Frenzels WM-Titel war aus deutscher Sicht die Krönung der WM.

"Erics Sieg hat mich am meisten gefreut. Dass er das mit dem Druck des Favoriten so souverän schafft, war eine ganz große Leistung", sagte Pfüller.

Am Ende standen in der Königsdisziplin immerhin drei Medaillen auf der Habenseite - keine sechs wie noch in Oslo, aber dennoch eine Bilanz, die Mut für Sotschi macht.

"Wir können zufrieden nach Hause fahren", sagte auch Bundestrainer Hermann Weinbuch.

Enttäuschung bei Freund und Co.

Nicht ganz so euphorisch fällt das Fazit der Skispringer aus.

Silber im Team war ein versöhnlicher WM-Abschluss, nachdem es zuvor nur zu Bronze im neuen Mixed-Wettbewerb gereicht hatte.

Doch im Einzel ging die Mannschaft von Bundestrainer Werner Schuster leer aus, wenn auch mit Severin Freund (4.) und Richard Freitag (6.) zweimal knapp (DATENCENTER: Der Weltcup).

"Die Weltcups hatten sicher große Hoffnungen geweckt. Das hat sich nicht ganz erfüllt", gab Pfüller zu.

Viel Potential im DSV-Team

Auch Schuster kündigte für die Zeit nach der WM eine gründliche Aufarbeitung der Ergebnisse an.

Für Sotschi sind die Perspektiven dennoch gut. Sowohl Freund (24) als auch Freitag (21) sind noch jung, zudem stehen Ausnahme-Talente wie Andreas Wellinger (17) zur Verfügung.

Und: "Vier Athleten unter den ersten 15 hatten wir im Einzel lange nicht mehr. Werner Schuster hat mit seiner Mannschaft unwahrscheinlich gut gearbeitet. Das ist eine gute Ausgansposition", sagte Pfüller.

Damen als "größte Enttäuschung"

Bleiben die Langläufer, die wie fast schon befürchtet erstmals seit 1997 leer ausgingen.

Lichtblicken wie Rang vier durch Biathlon-Leihgabe Miriam Gössner über zehn Kilometer oder Platz fünf durch Nicole Fessel im 30-km-Marathon standen zahlreiche Enttäuschungen gegenüber.

"Der Tiefpunkt war die Damenstaffel, weil ich die ganz vorne gesehen hatte. Das war für mich die größte Enttäuschung", sagte Pfüller über den siebten Rang des DSV-Quartetts.

Zudem habe es Materialprobleme gegeben: "Wir hatten zu viele Wettkämpfe dabei, wo wir chancenlos waren."

Björgen schnuppert an WM-Rekord

Die Stars der Spiele kamen wie nicht anders zu erwarten aus Norwegen.

Skilangläuferin Marit Björgen nahm gleich vier Goldmedaillen mit und steht nun bereits bei zwölf WM-Titeln. Nur noch zwei Titel fehlen "Königin" Marit zum Rekord der Russin Jelena Wälbe. Zweimal Gold holte zudem Björgens Landsmann Petter Northug.

"Guten Mutes nach Sotschi"

Mithalten in der norwegischen Medaillenjagd konnte einzig Kombinierer Jason Lamy-Chappuis: Der Franzose stand in Val di Fiemme dreimal ganz oben auf dem Treppchen.

Athleten wie Lamy-Chappuis sind es dann auch, die dem DSV mit Blick auf Sotschi Hoffnung machen.

"Hinter Norwegen gibt es aus vielen Nationen Athleten mit Spitzenleistungen, zu diesem Feld gehören auch wir", sagt Pfüller: "Die Athleten, die wir hier gesehen haben, werden wir auch bei Olympia sehen. Auf diese Leute werden wir uns konzentrieren. Und dann gehen wir guten Mutes nach Sotschi."