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Maria Riesch fuhr fünf ihrer bisher elf Weltcup-Siege im Slalom ein © getty

Erst nach ihrem Urlaub in Mexiko hört die deutsche Slalom-Königin von der Seuche. In der neuen Saison zähle vor allem Olympia.

Von Rainer Nachtwey

Der Urlaub ist vorbei, die neue Saison wirft bereits ihre Schatten voraus: 2009/10 verteidigt Maria Riesch ihren Status als Slalom-Königin.

Am Ende der für sie wechselhaften Vorsaison krönte sich die 24-Jährige in Ofterschwang vorzeitig zur Siegerin des Slalom-Weltcups, nachdem sie in dieser Disziplin in Val-d'Isere ihr erstes WM-Gold gewonnen hatte. Im Gesamtweltcup konnte sie als Zweite allerdings nicht an ihre Freundin Lindsey Vonn heranreichen.

Vor der Abreise zum Training in Amerika verrät die Garmisch-Partenkirchenerin im Sport1.de-Interview, welche Ziele sie sich steckt und in welcher Disziplin die Verunsicherung mitfährt.

Sport1.de: Frau Riesch, mit einer Weltcup-Kugel haben Sie 2008/09 eine weniger als in der vergangenen Saison gewonnen, dafür ihre erste Goldmedaille beim WM-Slalom geholt. Was nehmen sie aus der alten Saison mit?

Maria Riesch: Auch mit einer Weltcup-Kugel kann ich sehr zufrieden sein. Und die Gold-Medaille bei der WM war das absolute Highlight. Aber natürlich gibt es noch die ein oder andere Verbesserungsmöglichkeit.

Sport1.de: In den Speed-Disziplinen standen Sie meist im Schatten von Lindsey Vonn. Lag es an ihrer Überlegenheit oder waren Sie auch mit sich selbst nicht ganz zufrieden?

Riesch: Naja, ich war immerhin Dritte im Abfahrts-Weltcup. Es war zwar keine Top-Saison in der Abfahrt, aber sehr konstant. Damit war ich sehr zufrieden. Natürlich habe ich im Super-G enttäuscht. Ich war nach einem schwachen Start in Lake Louis die ganze Saison über verunsichert.

Sport1.de: Nächstes Jahr steht Olympia auf dem Programm. Rückt dann der Gesamt-Weltcup in den Hintergrund?

Riesch: Wenn ich mir anschaue, was meine Goldmedaille bei der WM für einen Hype ausgelöst hat, auch was meine Bekanntheit in Deutschland betrifft, dann ist so ein Großereignis das Nonplusultra und wohl noch wichtiger, zumindest in der Außenwirkung, als der Gesamt-Weltcup. Sportlich gesehen ist allerdings der Gesamt-Weltcup das Beste was man als Skifahrer erreichen kann. Dennoch wird nächste Saison wohl Olympia vorrangig sein.

Sport1.de: Wie weit sind Sie in der Vorbereitung?

Riesch: Ich hatte im Frühjahr zwei Wochen Urlaub. Seitdem bin ich allerdings schon wieder voll im Training. Im Moment machen wir sehr viel Konditionstraining, auch weil wie dieses Jahr schon recht früh nach Übersee gehen, nämlich schon Ende Juni. Und daher haben wir zurzeit viele schweißtreibende Stunden.

Sport1.de: Sie haben ihren Urlaub ja in Mexiko verbracht. Wie haben Sie das Schweinegrippen-Problem aufgenommen?

Riesch: Nachdem ich von der Schweinegrippe das erste mal gehört habe, das war so zwei bis drei Tage nach meiner Rückkehr nach Deutschland, bin ich schon erstmal erschrocken. Aber ich habe dann gleich den Teamarzt gefragt, und der meinte, dass ich nichts habe, wenn ich nicht innerhalb einer Woche irgendwelche Symptome verspüre. Ich hatte jetzt nie wirklich Angst, da wir auf einer Insel waren. Es wäre schon großes Pech gewesen, wenn genau zu diesem Zeitpunkt die Grippe bis zu dieser Insel vorgedrungen wäre. Gott sei dank war es nicht so.

Sport1.de: Wie gefallen Ihnen die Strecken bei Olympia? Sie haben sie ja vor zwei Jahr schon testen können...

Riesch: Die gefallen mir sehr gut. Es waren zwei dort zwei Rennen, die Super-Kombination konnte ich sogar gewinnen. Auch in der Abfahrt war ich sehr gut unterwegs, bin dann leider kurz vor Schluss gestürzt. Aber die Strecken liegen mir total gut und ich freu mich auf die Veranstaltung, denn es wird meine erste Olympiade.

Sport1.de: Und ihre Erwartungen? Eine Medaille?

Riesch: Natürlich will ich eine Medaille gewinnen, noch dazu liegen mir die Strecken dort. Außerdem bin ich eine gute Saison gefahren und will angreifen. Ich werde alles dafür tun, dass ich erfolgreich sein werde und mich perfekt vorbereiten. Und dann werden wir sehen.

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