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Felix Neureuther holte bei der WM 2005 Gold im Nationen-Teamwettbewerb © getty

Im zweiten Teil des Sport1-Interviews spricht Felix Neureuther über seine Medaillen-Ambitionen und das neue System beim DSV.

Zwei Jahre vor der Ski-Weltmeisterschaft 2011 in Garmisch-Patenkirchen rechnet sich Neureuther auch bei der WM in Val-d'Isere im Februar 2009 Chancen aus.

Bei Sport1 verrät er seine Ziele und Träume für den Weltcup und die Weltmeisterschaften in den französischen Alpen.

Sport1: Was ist dieses Jahr das große Saisonziel? Das kann ja nur der Weltcup im Slalom sein. Oder doch die Weltmeisterschaft? Das Problem ist ja immer die Periodisierung?

Neureuther: Die Weltmeisterschaften sind eigentlich das größte Ziel. Dort eine Medaille zu holen, das wäre ein Traum. Und im Slalom-Weltcup unter die ersten Drei zu kommen, das wäre super. Es ist aber verdammt schwer. Da muss man sehr oft, sehr gute Rennen haben. Ich weiß auch, dass ich das Zeug dazu hab, die Slalom-Wertung zu gewinnen. Man muss schauen, wie es wird, aber insgesamt gesehen, ist mit Sicherheit ein Platz unter den Top-Drei im Slalom das Ziel.

Sport1: Wann sehen Sie denn für die deutsche Männer-Mannschaft wieder das nötige Licht um einmal in etwas größerer Breite zu glänzen. Wie viele Jahre kann das noch dauern oder könnte es sogar schon diese Saison passieren?

Neureuther: Zu sagen, dass wir diese Saison so stark sein werden wie die Österreicher, ist natürlich utopisch. Das dauert einfach noch ein bisschen. Bis ein gewisser Andreas Sander gereift ist, bis die Jüngeren gereift sind, die jetzt auch hoffentlich von einem neuen System profitieren werden. Das dauert einfach noch ein paar Jahre. Für mich wäre es unheimlich schön, wenn ich auch als Zugpferd dienen könnte.

Sport1: Was wäre für Sie ein Traum?

Neureuther: Dass die Jungen sagen, Skifahren ist doch ein geiler Sport, ein cooler Sport. Wir wollen es unbedingt so weit nach oben schaffen. Für mich würde es nicht schönes geben als drei oder vier Leute von uns, die es unter die ersten 30 des Weltcups schaffen. Das wäre für mich ein Traum. Mit der Zeit wird es auch hart, immer alleine überall rumzureisen. Aber wir sind auf einem guten Weg. Wir haben ein paar junge Skifahrer, ein Peter Strodl, Andreas Strodl haben absolut das Zeug dazu. Stephan Keppler ist nach seinem Kreuzbandriss zurück. Dann gibt es noch einen Fritz Dopfer und einen Dominik Stehle, die das Zeug haben.

Sport1: Wolfgang Maier ist ihr Chef-Koordinator. Hat sich der Schritt des DSV merklich positiv ausgewirkt?

Neureuther: Auf mich persönlich relativ wenig. Für mich ist es ziemlich gleich geblieben. Außer, dass wir alle einsparen müssen wegen der Krise, ganz klar. Aber sonst, denke ich, ist das Hauptaugenmerk auf die Jungen gelegt worden, was auch richtig war.

Sport1: Hören Sie eigentlich noch auf den Ratschlag von Vater Christian?

Neureuther: Ja, was heißt Ratschläge. Ich war im letzten Jahr Siebter in der Welt im Slalom. Klar hört man noch auf den Vater. Man diskutiert mit ihm über diverse Sachen. Aber er kommt nicht zu mir und sagt, ich solle was an meiner Technik ändern. Mein Vater berät mich eher in anderer Hinsicht. Wenn es um Sachen in den Medien und um Fragen der Trainingsplanung geht. Oder auch, wenn ich krank bin, dass ich dann auch eine gute Verpflegung habe. Ski-technisch eher weniger.

Sport1: Haben Sie auch eine Ernährungsberatung oder macht das der DSV?

Neureuther: Nein, das macht auch nicht der DSV. Ich muss sagen, ich war sehr oft verletzt, sehr oft schwer verletzt, hatte vier Operationen, zweimal am Knie, zweimal an der Schulter. Ich habe an meinem Herz eine schlimme Krankheit durchgemacht. Wenn es um solche Sachen gegangen ist, kann ich nur sagen, dass ich heilfroh bin, dass es meinen Vater gegeben hat, der mich dort unterstützt hat, der mich zu den besten Ärzten gebracht hat. Ohne meinen Vater wäre ich heute sicher nicht dort, wo ich bin. Er hat mir das Skifahren beigebracht, ich hab ihm so unheimlich viel zu verdanken. Er ist für mich nach wie vor Ansprechperson Nummer eins.

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