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Reante Götschl gewann zehnmal auf der Tofana in Cortina d'Ampezzo - Rekord © getty

Ein halbes Jahr vor den Winterspielen beendet die österreichische Skiläuferin ihre glanzvolle Karriere. Sie erwartet Nachwuchs.

München/Wien - Das Baby kommt im Frühjahr, deshalb sagt Speed-Queen Renate Götschl schon jetzt Servus.

Ein halbes Jahr vor den Winterspielen in Vancouver beendete die österreichische Skiläuferin mit dem goldenen Helm überraschend ihre glanzvolle Karriere.

Nach den Rücktritten von Alexandra Meißnitzer und Michaela Dorfmeister in den Vorjahren geht damit im Austria-Team eine Ära zu Ende.

"Grund für meinen Rücktritt ist keine Skimüdigkeit, sondern ein sehr freudiges Ereignis: Ich bin schwanger, bekomme im Frühjahr ein Baby und werde mich in Zukunft meinem Privatleben widmen", sagt die 34-Jährige.

Weltcup-Rekord verpasst

Die Frau für die schnellen Strecken gewann dreimal WM-Gold, holte zwei Olympia-Medaillen, sicherte sich einmal den Gesamtweltcup, stand bei Weltcups insgesamt 46-mal ganz oben und 110-mal auf dem Stockerl.

Der Traum vom Olympiasieg bleibt für die Frau, die in ihrer langen Karriere in den Spezialdisziplinen Abfahrt und Super-G eine harte Konkurrentin für Katja Seizinger, Hilde Gerg oder Maria Riesch war, allerdings unerfüllt.

Und auch den Weltcup-Rekord von Martina Ertl, die insgesamt 429-mal fuhr, hat sie um acht Rennen verpasst.

"Den hätte ich wohl für einen Spinner erklärt"

Die 1,65 Meter große Blondine geht allerdings nicht im Zorn.

"Ich kann auf eine tolle Karriere zurückblicken, mit einigen Tiefs, aber sehr vielen Hochs. Wenn mir jemand vor 17 Jahren gesagt hätte, dass ich 46 Weltcuprennen gewinnen werde, den hätte ich wohl für einen Spinner erklärt", sagt Götschl.

Trotz zahlreicher schwerer Verletzungen war es ihr immer wieder gelungen, in die Weltspitze zurückzukehren.

"Götschl, ein ganz wertvoller Mensch"

Ihr Weltcup-Debüt hatte Götschl als 17-Jährige 1993 im Slalom von Cortina gegeben, bereits im zweiten Rennen in Hafjell stand sie ganz oben.

16 Jahre später bedauerte Alpindirektor Hans Pum vom Österreichischen Skiverband (ÖSV) den Rücktritt der zweimaligen Sportlerin des Jahres: "Das ist natürlich einer der schönsten Gründe, seine Karriere zu beenden."

Und weiter: "Renate wird uns nicht nur als erfolgreiche Rennläuferin fehlen. Sie war mit ihrer Einstellung ein ganz wertvoller Mensch und über viele Jahre ein Vorbild für die Jugend."

Kinderlachen statt Abfahrt

Götschl blickt mit Stolz auf ihre Karriere zurück: "Aber nun kommt ein neuer Abschnitt in meinem Leben auf mich zu, auf den ich mich schon sehr freue."

Kinderlachen statt rasender Abfahrt.

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