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Maria Riesch gewann in Val d'Isere WM-Gold im Slalom © getty

Im Sport1.de-Interview spricht Maria Riesch über den Saisonauftakt, die Vorbereitung und die Aussichten bei den Olympischen Spielen.

Von Rainer Nachtwey

München - Mit Platz 18 beim Saisonauftakt in Sölden ist Maria Riesch in den Olympia-Winter gestartet (DATENCENTER: Ergebnisse).

Zufrieden war die deutsche Gold-Hoffnung mit dem Ergebnis nicht, obwohl es "nur" die Problemdisziplin Riesenslalom war.

"Irgendwie liegt mir der Hang nicht", sagt die Gesamt-Weltcup-Zweite der vergangenen Saison gegenüber Sport1.de.

Im Interview mit Sport1.de spricht Riesch über Aussichten bei Olympia, die Vorbereitung und die Angst vor einer Verletzung.

Sport1.de: Es ist jetzt ein Rennen absolviert. Wie zufrieden sind Sie mit dem bisherigen Verlauf der Vorbereitung und dem Riesenslalom in Sölden?

Maria Riesch: Der Auftakt war nicht so toll, ich ärgere mich schon ein bisschen. Aber mit der Vorbereitung bin ich soweit ganz zufrieden. Ich bin vielleicht noch nicht hundert Prozent stabil und sicher, aber in Levi möchte ganz vorne mitmischen.

Sport1.de: In Sölden hat sich nach Lara Gut und Markus Sandell nun auch Nicole Hosp verletzt. Kommen da bei Ihnen alte Erinnerungen auf?

Riesch: Ich denke eigentlich nicht mehr sehr viel über meine eigenen Verletzungen nach. Klar gibt?s da immer wieder Momente, wo man daran erinnert wird, wie gefährlich die Sportart ist und wie schnell etwas passieren kann. Ich wünsche den dreien auf jeden Fall gute Besserung.

Sport1.de: Aber es hemmt Sie nicht?

Riesch: Manchmal kommt Angst auf. Aber es ist jetzt nicht so, dass es mich im Training oder Rennen hemmt. So viel Profisportler bin ich dann doch, dass ich das verdränge. Bei Lara Gut ist mir das einfacher gefallen, da war ich nicht dabei. Ich denke, wenn man eine Verletzung live am Berg erlebt, ist das wieder etwas anderes.

Sport1.de: Wie sind Ihre Aussichten für Olympia? Legen Sie wegen der Olympischen Spiele mehr Wert auf die Speeddisziplinen oder auf den Slalom?

Riesch: Ich lege auf alle Disziplinen wert. Es ist wie die letzten Jahre auch, dass ich alle Disziplinen fahren will und dass ich in allen Disziplinen vorne mitfahren will, weil auch der Gesamtweltcup ein Ziel ist, und da brauche ich gar nicht anfangen, mich zu spezialisieren. Wo es dann gut läuft oder wo nicht so, oder ob es überall gut läuft, das werden wir dann schon sehen.

Sport1.de: Was setzen Sie sich in Vancouver bzw. Whistler zum Ziel? Das Olympische Prinzip allein wird es nicht sein.

Riesch: Natürlich nicht. Wenn man im Jahr zuvor Weltmeisterin geworden ist, will man schon um die Medaillen mitfahren. Die Strecken in Whistler liegen mir ganz gut, aber man kann es nicht planen. Ich hoffe, dass ich mich bis Olympia stabilisieren kann, ich ein gutes Selbstbewusstsein habe und dann bei Olympia auch das nötige Quäntchen Glück habe, um eine Medaille zu holen.

Sport1.de: Setzen Sie Sich selbst unter Druck?

Riesch: Sicher. Das brauche ich auch. Wenn es einem egal wäre, würde man wahrscheinlich gar nichts gewinnen. Der Druck, den man selbst aufbaut, ist der größte. Der ist größer als der von außen oder von den Trainern oder irgendjemandem. Das ist bei einem ehrgeizigen Sportler so. Das gehört dazu.

Sport1.de: Letztes Jahr zu Beginn der WM in Val d?Isere ist es bei Ihnen nicht so gut gelaufen, am Schluss kam die Erlösung mit der Goldmedaille. Hilft das hinsichtlich der Olympischen Spiele?

Riesch: Ich denke schon. Ich habe mir letztes Jahr gedacht, schlimmer kann es nicht mehr kommen. Ich denke, dass mich die Situation in Val d?Isere für zukünftige, ähnliche Situationen stark gemacht hat, weil ich die Situation, obwohl sie schwierig für mich war, gut überstanden, erfolgreich überstanden habe und das ist gut zu wissen.

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