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Didier Cuche gewann bereits den Riesenslalom in Sölden © getty

Der Schweizer Altmeister fährt in Kanada seinen zweiten Saisonsieg ein. Ein Amerikaner stürzt schwer und muss abtransportiert werden.

Lake Louise - Champagner für Ski-Zauberer Didier Cuche, Selters für die verhexte deutsche Abfahrtsmannschaft:

Während der Schweizer im kanadischen Lake Louise zum ältesten Weltcup-Sieger in der alpinen Königsdisziplin avancierte und seinen Triumph gebührend feierte, hagelte es für das DSV-Quintett beißende Kritik.

"Ich kann aus Ackergäulen eben nicht in kurzer Zeit Rennpferde machen", sagte der neue Cheftrainer Karlheinz Waibel über seine Hinterherfahrer.

Bester Athlet des Deutschen Skiverbandes (DSV) war Andreas Strodl aus Partenkirchen auf Rang 37, der die Punkteränge um 0,26 Sekunden verpasste. (DATENCENTER: Der Weltcup-Kalender)

Neureuther auf Rang 43

Stephan Keppler (Ebingen), Tobias Stechert aus Oberstdorf und Strodls Bruder Peter enttäuschten auf den Plätzen 38, 44 und 63.

Slalom-Spezialist Felix Neureuther kam bei seinem ersten Weltcup-Start in einer Spezialabfahrt immerhin auf den ordentlichen 43. Rang, 0,50 Sekunden fehlten ihm auf den erhofften 30. Platz.

Überschattet wurde das Rennen auf der anspruchsvollen Strecke "Olympic Downhill Run" von einem schweren Sturz des Amerikaners T. J. Lanning. "Ich habe hier wahnsinnig viel Erfahrung gesammelt, das wird mir in Zukunft sicher helfen", sagte Neureuther nach der Premiere.

Schwerer Sturz von Lanning

Weniger zufrieden fiel das Fazit von Andreas Strodl aus: "Ich bin nicht zufrieden. Die Bedingungen wurden nach hinten raus besser, da war noch was drin - aber ich habe es nicht ausgenutzt", sagte er.

Der 25-Jährige überschlug sich nach einem Fahrfehler und einem Einfädler in ein Richtungstor bei einer Geschwindigkeit von etwa 130 km/h und verletzte sich dabei am linken Knie.

Er schrie vor Schmerzen ehe die Rettungskräfte bei ihm waren und musste mit dem Hubschrauber ausgeflogen werden. Während die Olympiasaison für Lanning wohl vorzeitig beendet ist, darf Altmeister Cuche auf den großen Coup in Vancouver hoffen.

Rekord für "Oldie" Cuche

Nach seinem Erfolg beim Riesenslalom zum Weltcup-Auftakt in Sölden feierte er schon seinen zweiten Saisonerfolg und löste mit 35 Jahren und 104 Tagen den Liechtensteiner Marco Büchel als ältesten Sieger in einer Weltcup-Abfahrt ab.

"Das wird den Marco ärgern, hat er doch vor dem Winter gesagt, dass er weiterfahren will, wenn jemand seinen Rekord bricht", sagte Cuche nach seinem elften Triumph im Weltcup.

Champagner nach dem Sieg

In 1:50,31 Minuten dominierte Cuche die Konkurrenz klar. Platz zwei belegte Werner Heel (Italien/0,44 Sekunden zurück) vor Cuches Landsmann Carlo Janka (0,62) und Ex-Weltmeister Michael Walchhofer (Österreich/0,67).

"Der Cuche hat mal wieder einen runtergezaubert", sagte Walchhofer anerkennend, während sich der Tagessieger schon den Freuden des Lebens zuwandte:

"Es hat Tradition im Team, dass wir nach Erfolgen eine Flasche Champagner aufmachen und anstoßen."

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