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Kathrin Hölzl wurde in der Saison 05/06 fünfte im Riesenslalom-Gesamtweltcup © getty

Die 25-Jährige gewinnt als erste Deutsche seit sechs Jahren wieder einen Riesenslalom-Weltcup und feiert den Erfolg bescheiden.

Aspen - "Eis-Prinzessin" Kathrin Hölzl feierte ihren ersten Erfolg im Weltcup wenig standesgemäß mit "ein, zwei Bierchen".

Dabei wäre doch eine große Champagner-Party angemessen gewesen: Mit einer weltmeisterlichen Vorstellung hatte sich die 25-Jährige nach WM-Gold auch ihren Traum vom Triumph in der alpinen Eliteliga erfüllt und 75 Tage vor Olympia die Hoffnung auf einen weiteren Gold-Coup genährt.

"Es war immer mein Traum, ein Rennen im Weltcup zu gewinnen", sagte Hölzl, die sich zudem über 23.250 Euro Prämie freuen durfte.

Ganz nebenbei hatte die 25-Jährige auf der pickelhart gefrorenen Piste "Ruthie's Run" im amerikanischen Aspen noch die sechsjährige deutsche Durststrecke im Riesenslalom beendet. (DATENCENTER: Der Weltcup-Kalender)

Nachfolgerin von Ertl

Als letzte Athletin des Deutschen Skiverbandes (DSV) war Martina Ertl im Oktober 2003 in Sölden bei einem Weltcup-Riesentorlauf die Schnellste gewesen.

"Als ich über die Ziellinie gefahren bin, dachte ich: Bitte, bitte, bitte, hoffentlich hat's gereicht. Dann habe ich gesehen: Hölzl, Erste! Da ist mir ein Riesenfels vom Herzen gefallen", sagte sie über den Moment des Glücks, dem ein spitzer Schrei und wildes Gefuchtel mit den Skistöcken folgten.

Weltcup-Sieg besonders wichtig

Der erste Erfolg nach einem zweiten und einem dritten Platz sei für sie deshalb "besonders wichtig gewesen, weil es eine Bestätigung für mich war. Nach meinem WM-Sieg in Val d'Isere haben viele gesagt: Die hat ja noch nie ein Weltcup-Rennen gewonnen, und jetzt ist die Weltmeisterin. Das hat mich geärgert und angespornt. Ich hab's den Zweiflern gezeigt."

Bestätigung der Goldmedaille

Das sah Frauen-Cheftrainer Mathias Berthold auch so: "Es war wichtig, die Goldmedaille von Val d'Isere zu bestätigen. Sie hat das geschafft, das ist eine gute Sache."

Wie im Frühjahr bei Hölzls Überraschungserfolg in Frankreich herrschten auch im US-Bundesstaat Colorado brutale Bedingungen auf der eisigen Strecke.

"Das war am Limit und selbst mir zu eisig. Deshalb habe ich meinem Servicemann gesagt, er soll die Ski so scharf machen wie´s geht", sagte Hölzl über ihr Erfolgsrezept.

Kaum trainiert

Auf den scharfen Kanten ritt der 1,63 Meter kleine "Pistenfloh" im ersten Lauf bereits auf Rang eins, den sie im Finale dann souverän verteidigte.

In 2:09,63 lag die 25 Jahre alte Zollbeamtin, die wegen einer Zehenverletzung zuletzt kaum normal hatte trainieren können, 0,24 Sekunden vor Kathrin Zettel (Österreich) und Federica Brignone (Italien/1,13).

Viktoria Rebensburg und Maria Riesch kamen auf die Ränge zehn und 14.

Riesch will aufs Podium

Riesch spürte "eine Riesenfreude" mit ihrer Zimmerkollegin und kündigte im Überschwang gleich eine weitere Großtat für den Slalom am Sonntag an (ab 18 Uhr LIVE): "Ich habe ja den ersten Slalom gewonnen. Da will ich jetzt sicher nicht hinterhergurken - sondern auf das Podium."

Zumal ihre wohl schärfste Rivalin Lindsey Vonn mit den eisigen Bedingungen in Aspen nicht zurechtkam und den zweiten Lauf klar verpasste. "Das ist der schlimmsten Berg der Welt´, schimpfte die Amerikanerin.

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