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Susanne Riesch (r.) sorgte 2006 in Levi mit Platz fünf erstmals für Furore im Weltcup © imago

Die DSV-Damen befinden sich in Olympia-Form. Susanne Riesch feiert in Aspen eine Weltcup-Premiere. Die Herren hinken hinterher.

Aspen/München - Am Flughafen in Denver trennten sich die Wege der Schwestern.

Maria Riesch flog Richtung Kanada, Zielort Lake Louise, wo ab Freitag drei "Speed"-Rennen stattfinden. Susanne Riesch bestieg derweil ein Flugzeug zurück nach Europa. Sie startet im alpinen Ski-Weltcup nur im Riesenslalom und im Slalom.

Letzteres fährt sie im Augenblick so gut, dass der Weltmeisterin Maria Riesch Medaillen-Konkurrenz aus der eigenen Familie erwächst. Beim Slalom am Sonntag in Aspen lag Susanne erstmals in einem Weltcup-Rennen vor der älteren Maria.

Hinter der überragenden Sarka Zahrobska, Weltmeisterin 2007 und WM-Zweite 2009, sowie den beiden Österreicherinnen Marlies Schild und Kathrin Zettel folgten die bald 22 Jahre alte Susanne und die seit vergangenen Dienstag 25 Jahre alte Maria Riesch auf den Plätzen vier und fünf.

"Das habe ich kommen sehen", sagte Maria, "die ist mir schon den ganzen Sommer um die Ohren gefahren."

Im Schatten von Maria

Dass Susanne Riesch im Slalom womöglich sogar talentierter ist als die große Schwester, ist längst kein Geheimnis mehr.

Nur: Bisher konnte sie ihre Trainingsleistungen nicht so richtig umsetzen (DATENCENTER: Der Weltcup-Kalender).

Erst gegen Ende der vergangenen Saison brachte die jüngere Schwester mit drei Top-Ten-Platzierungen etwas Konstanz rein - fuhr aber dennoch im Schatten von Maria, der Seriensiegerin, Weltmeisterin und zudem Weltcup-Besten im Slalom.

Zweimal Vierte

In der Olympia-Saison scheint nun aber der Knoten bei Susanne Riesch geplatzt zu sein: Vierte war sie schon im ersten Slalom der Saison im finnischen Levi - wo Maria gewann.

"Ich bin so froh, dass ich es jetzt endlich mal konstant im Rennen runterkriege. In Are in zwei Wochen will ich es endlich aufs Stockerl schaffen", sagte Susanne Riesch, laut eigener Auskunft eher der "Typ Hausfrau" und damit das Kontrastprogramm zu Glamour-Girl Maria.

Kein Schwesternduell

Von einem Schwesternduell will die jüngere nichts wissen. "Die Susanne konzentriert sich mittlerweile viel mehr auf sich, das ist das Entscheidende", sagt DSV-Alpindirektor Wolfgang Maier über die neue Stärke der Partenkirchenerin.

In der Vergangenheit gab sich Susanne Riesch zu oft dem Irrglauben hin, der Name sowie der Sog der älteren Schwester reichten aus, um selbst groß rauszukommen.

Zwei Siege aus vier Rennen

Doch nicht nur Susanne Riesch macht Maier derzeit Freude. Vier Saisonrennen - je zwei im Riesenslalom und im Slalom - sind vorbei, schon zwei haben die DSV-Damen durch Kathrin Hölzl und Maria Riesch gewonnen, hinzu kamen jede Menge Top-Platzierungen.

"Die Ergebnisse sind insgesamt absolut tiptop", sagt Maier, warnt im Hinblick auf Olympia und die steigenden Erwartungen allerdings: "Bis Februar ist es noch lange hin."

Luxusproblem bei den Damen

Bei den DSV-Damen droht sogar ein Luxusproblem - vor allem im Slalom. Bereits in Levi hatte sich neben den Schwestern Riesch die junge Katharina Dürr für Olympia qualifiziert.

Mit Rang acht in Aspen zog nun Christina Geiger nach, die junge Marianne Mair (12. in Aspen) und die etablierte Fanny Chmelar (9. in Levi) haben die Norm (im Weltcup einmal Top 8 oder zweimal Top 15) jeweils zur Hälfte erfüllt.

"Lieber habe ich die Qual der Wahl", sagt Maier, "das ist besser als bei den Männern. Da muss man Angst haben, dass überhaupt keiner mit zu Olympia fährt."

Noch keine halbe Olympianorm

Auch bei den Männern sind vier Rennen vorbei - kein deutscher Läufer schaffte es bislang unter die Top 15.

Platz 21 und 22 beim Super-G in Lake Louise durch Tobias Stechert und Andreas Strodl waren "ganz okay", sagt Maier, mehr aber auch nicht: "In einem Olympia-Winter zählen halt nur Platzierungen unter den ersten 15."

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