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Maria Riesch debütierte bereits vor acht Jahren im Weltcup © imago

Die Patenkirchnerin wird in der abschließenden Disziplin Fünfte. Eine Österreicherin siegt überraschend vor Lindsey Vonn.

Lake Louise - Neben Lindsey Vonn, der Königin von Lake Louise, blieb Maria Riesch nur der Rang der Kronprinzessin.

Doch nach den Rängen drei und zwei bei den ersten Weltcup-Abfahrten des olympischen Winters strahlte die beste deutsche Rennläuferin trotzdem wie eine frisch gekrönte Monarchin.

"Ich bin unheimlich stolz, das hat echt Spaß gemacht. Ich bin total zufrieden mit dem Einstieg in die Speed-Saison", sagte die Partenkirchnerin, die mit ihren Podestfahrten zwischenzeitlich sogar die Führung im Gesamtweltcup übernahm. (DATENCENTER: Der Weltcup-Kalender)

Nach Rang fünf beim abschließenden Super-G musste Maria Riesch die Spitzenposition an Freundin Lindsey Vonn abgeben.

Görgl siegt überraschend

Als Zweite hinter Überraschungssiegerin Elisabeth Görgl aus Österreich zog die Amerikanerin (0,03 Sekunden zurück) an ihrer deutschen Freundin vorbei, sie hat nun 28 Punkte Vorsprung.

Maria Riesch fehlten zur drittplatzierten Französin Ingrid Jacquemod nur 0,07 Sekunden. Görgl profitierte bei ihrem dritten Weltcup-Sieg Sieg von der günstigen Startnummer 10, nach ihr wurde die Piste langsamer.

Dass sie in den schnellen Disziplinen noch keine Siegfahrerin ist wie die Amerikanerin, konnte Maria Riesch verschmerzen.

"Lindsey ist in der Abfahrt die Beste"

"Lindsey ist nunmal derzeit die Beste in der Abfahrt. Ich kann einfach nicht so ans Limit gehen, wie sie es tut", sagte sie über ihre Rivalin, mit der sie eine innige Freundschaft verbindet.

Der kleine Unterschied machte sich speziell am Freitag bemerkbar, als Riesch im dichten Schneegestöber verhaltener fuhr und acht Zehntelsekunden hinter Vonn lag.

Am Samstag verdrängte Riesch dann bei besten Bedingungen Emily Brydon (Kanada), 24 Stunden zuvor Zweite, auf Rang drei und kam bis auf 0,35 Sekunden an Vonn heran.

"Es wird enger", stellte sie danach zufrieden fest. Bis zur Olympia-Abfahrt von Vancouver in 72 Tagen hofft Riesch, "dass ich diese Lücke schließen kann".

Bundestrainer Mathias Berthold hält das für realistisch: "Die Form bei Maria ist gut, da ist heuer alles möglich."

"Kakao-Connection" dominiert

Zumal Riesch in den vergangenen Wochen kaum im Speed-Bereich trainiert, demnach also noch Reserven hat.

"Trotzdem habe ich schon ein sehr gutes Gefühl auf den langen Brettern", sagte sie - was sie bei wechselnden Pistenbedingungen im Super-G trotz Übelkeit am Morgen auch erneut unter Beweis stellte.

Für Riesch und Vonn hatte das Rennwochenende traditionell mit einer gemeinsamen Tasse heißer Schokolade begonnen, danach dominierte die "Kakao-Connection" die Konkurrenz.

"Das war ein Traum-Wochenende"

Mit ihrem siebten Sieg in den kanadischen Rocky Mountains übertrumpfte Vonn sogar den zwölf Jahre alten Rekord von Katja Seizinger.

"Das war ein Traum-Wochenende", sagte Vonn, die besonders motiviert angetreten war: "Ich habe am Donnerstag den Geburtstag meines Mannes Thomas vergessen. Dafür hat er von mir zwei Siege verlangt - jetzt sind wir quitt."

Stechert unzufrieden

Nicht ganz so glücklich verlief der Kanada-Aufenthalt für Gina Stechert. Bei ihrem Weltcup-Comeback nach dem Kreuzbandriss im März fuhr die Oberstdorferin am Freitag noch trotz schlechter Sicht auf den guten 20. Platz, tags darauf reichte es nur zu Rang 29.

"Ich weiß auch nicht, woran es lag", sagte sie danach ratlos. Berthold war gleichwohl zufrieden mit der 22-Jährigen: "Das war okay. Gina braucht Geduld, und die haben wir mit ihr."

Im Super-G sammelte sie als 22. immerhin auch wieder Weltcup-Punkte.

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