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Carlo Janka holte bei der WM 2009 in Val-d'Isere Gold im Riesenslalom © getty

Der Schweizer Carlo Janka legt in Beaver Creek ein überragendes Wochenende hin. Die DSV-Starter enttäuschen auf ganzer Linie.

Beaver Creek - Carlo Janka aus der Schweiz gelangen in einer überragenden Manier drei Siege in drei Tagen, die deutschen Rennläufer sammelten nur jede Menge Frust.

"Das waren total beschissene drei Wochen hier. Ich habe keinen Schwung anständig fahren können", sagte Abfahrer Stephan Keppler zum Abschluss der Nordamerika-Tour des alpinen Weltcups in Beaver Creek im US-Bundesstaat Colorado. (DATENCENTER: Der Weltcup-Kalender)

Während Janka nach der Super-Kombination am Freitag und der Abfahrt am Samstag auch das Rennen in seiner Weltmeister-Disziplin Riesenslalom gewann, erreichte Keppler in der Abfahrt nach seiner "Bummelfahrt" nur auf Rang 43.

Stechert und Neureuther enttäuschen

Auch seinen Kollegen erging es nicht viel besser. Tobias Stechert (Oberstdorf) war als 35. noch der beste Deutsche am Samstag. Im Riesenslalom verpasste Felix Neureuther (Partenkirchen) als 42. den zweiten Durchgang.

"Es zwickt überall", sagte Keppler noch.

Das war als Zustandsbeschreibung seines abfahrertypisch lädierten Körpers gemeint - passte aber auch auf die missliche Situation der Speedtruppe des Deutschen Skiverbandes.

Die Plätze 21 und 22 durch Stechert und den Partenkirchner Andreas Strodl beim Super-G von Lake Louise vor Wochenfrist waren deren Top-Ergebnisse in Übersee, wo sie doch das dringend benötigte Erfolgserlebnis einfahren wollten.

"Hoffe, dass es in Europa besser läuft"

"Ich kann nur hoffen, dass es in Europa besser klappt", sagte Keppler deshalb. Hoffnung hat der 26-Jährige durchaus.

"Die ganze Mannschaft fährt nicht so schlecht Ski wie es diese Ergebnisse jetzt aussagen", sagte er. Es fehle eben ein "Rachenlöser" in Form einer Erfolgsfahrt.

Zudem gab es Gründe für das schwache Abschneiden. Keppler haderte mit der Material-Abstimmung, Stechert fehlte eigenen Angaben zufolge "der letzte Zacken, die Konsequenz".

Strodl, der 40. wurde ("echt enttäuschend"), hatte mit einem Hexenschuss zu kämpfen, sein Bruder Peter (45.) mit Trainingsrückstand nach seiner Schulter-OP, und der ausgeschiedene Hannes Wagner (Hindelang) stand erstmals auf der furchteinflößenden "Raubvogel"-Piste.

"Ich hatte vorher brutal Schiss", bekannte der 23-Jährige offen.

Dalcin stürzt schwer

Völlig unbeeindruckt von der berühmt-berüchtigten Strecke, auf der sich der Franzose Pierre-Emmanuel Dalcin im Training bei einem Sturz schwere Kopf- und Knieverletzungen zugezogen hatte, war indes der gleichaltrige Janka.

Der bestritt auch erst seine zweite Abfahrt in Beaver Creek, gewann jedoch nach der Super-Kombination am Freitag erneut. Bei seinem vierten Weltcup-Sieg lag Janka nur 0,02 Sekunden vor Teamkollege Didier Cuche. "Sein Talent ist ein Geschenk Gottes", sagte der anerkennend.

Svindal wird Dritter

Dritter in der Abfahrt wurde Aksel Svindal (Norwegen/0,04), der auf diesem Rang auch im Riesenslalom landete.

Janka siegte mit 2:29,44 Minuten vor Benjamin Raich (Österreich/0,49 Sekunden zurück).

Neureuther verpasste als 42. des ersten Durchgangs das Finale der besten 30 um 0,80 Sekunden und war hinterher bedient: "Ziel war ganz klar die Qualifikation für den zweiten Lauf."

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