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Susanne Riesch 2006 wurde 2006 Deutsche Jugendmeisterin im Slalom © imago

Maria und Susanne Riesch fahren in Are gemeinsam aufs "Stockerl". Auch die Jüngere träumt bereits von der Medaille in Vancouver.

München - Der 26. Februar 2010 könnte für Maria Riesch der größte Tag ihrer sportlichen Karriere werden.

An diesem Samstag wird bei den Olympischen Spielen um Gold im Slalom gefahren, und wenn die Partenkirchenerin so weitermacht wie zuletzt, ist ihr wohl zumindest eine Medaille sicher.

Der 26. Februar 2010 könnte auch für Susanne Riesch der größte Tag ihrer sportlichen Karriere werden - wenn die Partenkirchenerin so weitermacht wie zuletzt.

"Wenn ich so weitermache, bin ich langsam eine Kandidatin für eine Medaille - und das ist auch mein Ziel", sagt Susanne Riesch. Im schwedischen Are stand sie am Sonntag als Drittplatzierte zum ersten Mal auf dem Siegertreppchen.

Und zum ersten Mal gemeinsam mit ihrer zweitplatzierten Schwester. (DATENCENTER: Der Weltcup-Kalender)

"Man müsste auch gewinnen"

Die verbummelte im Finallauf den Sieg an Sandrine Aubert (Frankreich), was Cheftrainer Mathias Berthold nicht gefiel: "Wenn man so gut drauf ist, müsste man auch gewinnen."

Maria und Susanne Riesch dagegen waren so oder so happy, mit dem "Sister Act" auf dem Treppchen ging ein langgehegter Traum der Schwestern in Erfüllung.

Ein Traum, der sich auf dem Olympiahang in Whistler sogar wiederholen kann.

Maria Riesch ist Weltmeisterin im Slalom, war die Beste in dieser Disziplin in der vergangenen Saison und führt die Weltcup-Wertung schon wieder an; Susanne Riesch ist derzeit weltweit bereits die Nummer drei im Torlauf.

Susanne als Olympia-Joker

Der Aufschwung der jüngeren Riesch eröffnet völlig ungeahnte Perspektiven.

"Susi ist für Olympia der Joker. Wenn eine von uns versagt, muss die andere zuschlagen, damit der Name Riesch trotzdem oben steht", sagt die 25 Jahre alte Maria.

"Bei Susi ist alles möglich", sagt Cheftrainer Berthold. Das behauptet er schon länger, fand aber vor allem bei Susanne Riesch kaum Gehör. "Leider habe ich 22 werden müssen, um es zu kapieren", sagt sie heute.

Können und Kopf im Einklang

Susanne Riesch gilt im Slalom sogar als noch größeres Talent als die weltmeisterliche Schwester, im Training der momentan besten Slalom-Mannschaft der Welt ist tatsächlich sie der Gradmesser.

Erst in diesem Winter aber platzte im Rennen der Knoten. Vierte, Vierte und nun Dritte - die Platzierungen der 22-Jährigen zeugen von großer Sicherheit, von bemerkenswerter Konstanz. Grund dafür?

Können und Kopf, deutet Berthold an, befänden sich nun im Einklang.

Nachname verhilft nicht dauerhaft zum Erfolg

Bereits vor drei Jahren landete Susanne Riesch zum ersten Mal unter den ersten Fünf bei einem Weltcup-Rennen, doch erst nach und nach hat sie seitdem begriffen, dass der Nachname alleine nicht zu dauerhaftem Erfolg verhilft.

"Die Susi hat sich in allen Bereichen sehr gut entwickelt", sagt Berthold, vor allem aber hebt er dabei ihre veränderte "Einstellung" hervor.

Die jüngere Riesch-Schwester sei als Persönlichkeit gereift und "professioneller" geworden.

So nahe sich Maria und Susanne Riesch mittlerweile auf der Ski-Piste kommen: Abgesehen von der familiären Verbindung könnten sie abseits der Piste unterschiedlicher kaum sein.

"Typ Hausfrau"

Die ältere Maria steht durchaus gerne im Blickpunkt, sie weiß sich in Szene zu setzen und geht mittlerweile als Glamour Girl durch.

Susanne Riesch dagegen gibt sich zurückhaltend. Laut Selbstauskunft ist sie eher der "Typ Hausfrau".

Sollten Maria und Susanne Riesch am 26. Februar 2010 gemeinsam auf dem Siegertreppchen stehen, wäre dies übrigens kein Novum.

Bei den Olympischen Spielen 1964 in Innsbruck gewannen die Französinnen Christine und Marielle Goitschel Gold und Silber - im Riesenslalom (Marielle vor Christine) und im Slalom (Christine vor Marielle).

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