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Maria Riesch wurde im Slalom in Are 2009 ebenfalls Zweite © getty

In der Super-Kombination muss sich Maria Riesch ihrer amerikanischen Kontrahentin geschlagen geben. Die DSV-Männer enttäuschen.

Val d'Isere/Gröden - Maria Riesch wusste nicht so recht, ob sie lachen oder weinen sollte.

Beim Weltcup im französischen Val d'Isere fuhr die beste deutsche Rennläuferin auf den zweiten Rang in der Super-Kombination - und wirkte dennoch ein wenig ernüchtert.

"Die Lindsey fährt in einer anderen Liga", sagte sie über ihre Freundin und Dauerrivalen Lindsey Vonn, die in überragender Manier zu ihrem dritten Sieg im Olympia-Winter raste - auf Männer-Skiern.

Richtig deprimiert war dagegen der deutsche Männer-Cheftrainer Karlheinz Waibel. "Das war einmal mehr bitter, einmal mehr haben wir eine gute Chance vertan. Die Piste war hinten raus so gut, da wäre mehr drin gewesen", sagte er nach dem Super-G auf der Saslong im Grödnertal.(DATENCENTER: Der Weltcup-Kalender)

Strodl bester Deutscher

Andreas Strodl belegte als bester Deutscher Rang 29. Es gewann Aksel Lund Svindal (Norwegen) vor Carlo Janka (Schweiz) und Patrick Staudacher (Italien).

Lindsey Vonn hatte die erste von drei Super-Kombinationen des Winters praktisch schon nach der Abfahrt gewonnen: Gewaltige 1,52 Sekunden Vorsprung fuhr sie am Vormittag auf Maria Riesch heraus.

"Ich habe alles gegeben", versicherte die 25-Jährige, wirkte aber dennoch ein wenig geknickt. "Es ist schon ärgerlich, wenn man eine Konkurrentin hat, die einem gar keine Chance lässt. Das ist ein hartes Los."

Riesch mit deutlichem Rückstand

Maria Riesch kam beim abschließenden Slalom nur noch bis auf 1,16 Sekunden an die US-Dominatorin heran.

Elisabeth Görgl aus Österreich belegte Rang drei (1,39 Sekunden zurück). Für eine große Überraschung sorgte Isabelle Stiepel.

Das Talent aus Mittenwald fuhr auf Rang 12 und erfüllte damit die Olympia-Norm zur Hälfte. "Das ist Wahnsinn, das ist unglaublich", sagte die 19-Jährige.

Vonn auf "umgebauten" Männer-Skiern

Psychologisch ist Lindsey Vonn ohnehin im Vorteil: Seit Beginn der Saison fährt sie auf eigens für sie "umgebauten" Männer-Skiern. "Ich hatte Raketen unter den Füßen", sagte die Amerikanerin, die seit der Olympiasaison bei derselben Hersteller-Firma unter Vertrag steht wie ihre deutsche Freundin.

2,15 m sind ihre Abfahrts-Bretter lang, 2,10 m jene von Maria Riesch.

Die längeren Skier von Lindesey Vonn sind schneller, sie erfordern allerdings auch mehr Kraftaufwand beim Steuern. Längere Skier heißt aber auch: größeres Risiko.

"Mir ist das zu gefährlich"

"Mir ist das zu gefährlich", sagt Maria Riesch, und meint das in doppelter Hinsicht: "Ich will mich da in der Olympiasaison jetzt nicht verzetteln."

Und außerdem hätte "die Lindsey auch mit Damen-Skiern gewonnen."

Gleichauf waren Maria Riesch und Vonn am Freitag nur im Gesamtweltcup, beide haben nun 521 Punkten gesammelt. Sonst aber trennten sie Welten.

Die Amerikanerin hat im Olympiawinter bereits dreimal gewonnen, in Val d'Isere wird in der Abfahrt (Samstag) oder im Super-G (Sonntag) wohl noch mindestens ein Triumph hinzukommen.

Maria Riesch (1 Saisonsieg) stand allerdings auch schon zum fünften Mal im zehnten Rennen auf dem Siegertreppchen.

Waibel angefressen

Die deutschen Männer müssten sich weniger Gedanken über ihre Skier machen, sondern eher grundsätzliche: Dem 22-jährigen Andreas Strodl bescheinigte Waibel immerhin noch, er sei "auf dem richtigen Weg".

Mit den Routiniers Keppler (26 Jahre) und Peter Strodl (27) ging er dagegen hart ins Gericht. "Bei den beiden muss man sich grundsätzlich die Frage stellen, wie es weitergeht. Beiden fehlt es an skifahrerischer Klasse und Risikobereitschaft."

Im Gesamtweltcup liegt jetzt wieder Janka in Führung. Mit 540 Punkten rangiert er knapp vor Benjamin Raich (Österreich/515) und etwas deutlicher vor Svindal (388) auf Platz drei.

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