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Viktoria Rebensburg gewann bei der Junioren-WM 2009 Gold im Riesenslalom und Super-G © getty

Beim Super-G in Val d'Isere fährt nur Viktoria Rebensburg in die Top 10, Maria Riesch kommen Stürze in die Quere.

Val d'Isere/Alta Badia - Maria Riesch schlich geknickt von dannen, die deutschen Ski-Rennläufer um Felix Neureuther boten ein Bild des Jammers:

Sieben Wochen vor Olympia in Vancouver verhinderte nur die junge Viktoria Rebensburg als Achte beim Super-G von Val d'Isere ein vorweihnachtliches Debakel der Alpinsparte des Deutschen Skiverbandes DSV. (DATENCENTER: Der Weltcup-Kalender)

Riesch musste sich mit Rang 21 begnügen und verlor die Gesamtweltcup-Führung, Neureuther und Co. gingen in Gröden und Alta Badia bei Abfahrt und Riesenslalom sogar komplett leer aus.

Vonn macht ein Geschenk

"Das Rennen war total verkorkst. Das war nicht mein Tag", sagte Maria Riesch, die in der Gesamtwertung nun 50 Punkte hinter Lindsey Vonn (USA) auf Rang zwei liegt.

"Aber darauf schaue ich noch nicht so sehr. Trotzdem wäre es für mich großartig, wenn ich mit Lindsey bis zum Ende der Saison mithalten könnte und es erst bei den Weltcup-Finals in Garmisch entschieden wird", sagte Riesch. (Riesch gegen Vonn chancenlos)

Dabei hatte die in Speed-Rennen fast schon als unbezwingbar geltende Vonn ihrer Freundin Riesch mit einer für ihre Verhältnisse schwachen Fahrt auf Platz drei ein Geschenk gemacht, nur Riesch nahm es nicht an.

Warten, warten, warten

Sie litt in Hochsavoyen aber auch unter den widrigen Umständen. Weil die vor ihr gestartete Schwedin Anja Pärson gestürzt war, musste sie ihren ersten Versuch auf der Piste "OK" abbrechen - und erneut hoch.

Dann kam noch die Französin Marie Marchand-Arvier zu Fall, zog sich eine schwere Gehirnerschütterung zu und musste lange behandelt werden. Für Riesch hieß das: warten, warten, warten.

Als sie dann endlich ein zweites Mal auf die Strecke durfte, "war ich nicht mehr so frisch. Bei den langen Unterbrechungen fiel's mir zudem auch sehr schwer, konzentriert zu bleiben."

Ab nach Baden-Baden

"Bei meinem Glück bin ich auch noch zur Dopingkontrolle ausgelost worden", sagte sie seufzend. Das zog sich, anschließend hetzte Riesch zum Genfer Flughafen, von wo aus sie ein Jet nach Baden-Baden brachte.

Dort nahm die Slalom-Weltmeisterin am Abend an der Ehrung der Sportler des Jahres teil.

Einfacher war das für die Schweizerin Fränzi Aufdenblatten, die lange vor Riesch fuhr und erstmals ein Rennen im Weltcup gewann. Rebensburg fuhr den besten Super-G ihrer Karriere, Gina Stechert belegte Platz 34.

Cheftrainer stellt seine Fahrer in Frage

Noch schwächer schnitten die Männer ab. Für das beste Resultat am Wochenende sorgte Stephan Keppler bei der Abfahrt im Grödnertal - er belegte Rang 38.

Neureuther wurde beim Riesenslalom in Alta Badia noch im ersten Lauf von der Piste "Gran Risa" abgeworfen.

Männer-Cheftrainer Karlheinz Waibel hatte seinen langsamen Abfahrern teilweise bereits am Freitag Einstellung und Können abgesprochen. "Ich muss sie nochmal fragen, ob sie Rennfahrer sein wollen", sagte er.

"Ende der Fahnenstange erreicht"

Alpindirektor Wolfgang Maier gestand am Sonntag: "Ich weiß auch nicht mehr, was ich noch sagen soll." Seitens des DSV sei nun "das Ende der Fahnenstange erreicht", der Verband habe alles in seiner Macht stehende getan: "Jetzt müssen die Läufer das Beste aus der Situation machen. Ich kann nicht für sie fahren."

Beim Riesenslalom-Sieg von Massimiliano Blardone, dem fünften des Italieners, machte auch Neureuther keine gute Figur. "Ich habe keinen Grip gefunden. Vielleicht habe ich die Strecke ein bisschen unterschätzt", sagte der Partenkirchener nach seinem raschen Aus.

Neureuther hofft nun auf den Slalom in Alta Badia am Montag: "Da muss ich mir was überlegen."

Zu allem Überfluss wurden die deutschen Männer am Wochenende auch noch von den Kanadiern überholt: Manuel Osborne-Paradis holte bei der Abfahrt auf der traditionsreichen "Saslong" den 31. Sieg im Weltcup für die Team Canada, für den DSV gab es bislang 30 Erfolge.

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