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Maria Riesch holte bei der WM 2009 in Val d'Isere Gold im Slalom © imago

Marlies Schild gewinnt in Lienz überlegen den Slalom. Maria Riesch kommt erstmals in dieser Saison nicht unter die besten Sechs.

Lienz - Maria Riesch schlug völlig deprimiert die Hände vors Gesicht, ihre Schwester Susanne lag enttäuscht im Schnee: Die deutschen Ski-Rennläuferinnen haben beim letzten Rennen 2009 den goldenen Abschluss eines weltmeisterlichen Jahres verpasst.

Während sich die lange verletzte Österreicherin Marlies Schild beim Slalom in Lienz mit dem 21. Weltcup-Sieg in der Weltspitze zurückmeldete, verpasste das erfolgsverwöhnte DSV-Team die Podestplätze (DATENCENTER: Der Weltcup-Kalender).

Christina Geiger war als Achte noch die beste der elf Starterinnen.

Maier nicht unzufrieden

"Ich bin trotzdem nicht unzufrieden, man kann im Slalom nicht immer vorne mitfahren", sagte Wolfgang Maier, der Alpindirektor des Deutschen Skiverbandes (DSV).

Trotz des unglücklichen Endes kann er auf ein überaus erfolgreiches vorolympisches Jahr zurückblicken, in dem Maria Riesch und Kathrin Hölzl neben ihren beiden WM-Triumphen sechs Weltcup-Siege einfuhren.

Der letzte war Hölzl am Montag beim Riesenslalom am Schlossberg geglückt. Im Slalom wurde sie gute 16.

Schwarzer Tag für Familie Riesch

Während Hölzl mit dem Ausflug nach Osttirol durchaus zufrieden sein durfte, sprach Maria Riesch von einem "rabenschwarzen Tag für die Familie Riesch".

Sie erlebte als 14. einen "total verkorksten Slalom" - im März 2008 hatte sie in einem Torlauf letztmals die Top 6 verpasst.

Ihre Schwester Susanne fuhr ein äußerst starkes Finale und hatte das Podest vor Augen, als sie in Zielnähe stürzte. "Man muss auch mal mit Niederlagen umgehen können", sagte Maria Riesch.

Von trotz Verletzung am Start

Immerhin: Ihre Führung im Disziplinweltcup behauptete sie knapp vor Schild, in der Gesamtwertung machte sie gar etwas Boden gut auf die führende Lindsey Vonn. Die US-Amerikanerin startete trotz ihrer Armverletzung, die sie am Vortag erlitten hatte, und kam auf Platz 18.

"Es war wahnsinnig schwer, mit dieser Verletzung zu fahren. Es tat sehr weh, aber ich bin ja eine Kämpferin", sagte sie.

Wie zu besten Zeiten

Das gilt sicher auch für Marlies Schild, deren Karriere nach einem Schien- und Wadenbeinbruch am seidenen Faden hing.

Im vierten Slalom seit ihrem Comeback zeigte die Olympia-Dritte von 2006 wieder ihre alte Dominanz und demontierte die Konkurrenz mit Bestzeiten in beiden Läufen förmlich.

"Das ist der schönste Sieg in meiner ganzen Karriere. Ich hatte so viele Zweifel, aber jetzt habe ich mich fast schon wieder so gefühlt wie zu meiner besten Zeit", sagte sie.

Fast zwei Sekunden Vorsprung

Auch Maria Riesch verneigte sich vor ihrer bei Olympia wohl schärfsten Konkurrentin im Slalom. "Sie ist sensationell gefahren", sagte Riesch. In einer Gesamtzeit von 1:57,65 Minuten lag Schild am Ende unglaubliche 1,83 Sekunden vor Sandrine Aubert aus Frankreich.

Dritte wurde Kathrin Zettel aus Österreich (2,19). Katharina und Lena Dürr sowie Nina Perner belegten die Plätze zwölf, 21 und 26.

Neues Jahr, neues Glück

Während Schild ihr Comeback feierte, richtete Maria Riesch den Blick bereits auf die kommenden Aufgaben: "Ich freue mich schon auf Olympia. Das werden meine ersten Spiele, ich hoffe, dass ich dort auch erfolgreich bin. Man sagt ja auch: Neues Jahr, neues Glück!"

Bereits am Sonntag steht mit dem Slalom in Zagreb das erste Rennen des olympischen Jahres an. 2009 hat Maria Riesch dort gewonnen.

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