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Stephan Kepplers beste Karriere-Platzierung in der Abfahrt war Platz 8 in Lake Louise 2007 © imago

Der Speed-Spezialist landet beim Abfahrtssieg des Slowenen in Bormio unter den besten 15. Ein Österreicher wir disqualifiziert.

Bormio - Stephan Keppler hat den seit Jahren schwächelnden Rennläufern des Deutschen Skiverbandes (DSV) beim letzten Rennen des Jahres Hoffnung auf eine etwas bessere Zukunft gemacht.

Während der Slowene Andrej Jerman mit seinem Triumph bei der Weltcup-Abfahrt in Bormio für eine mittelschwere Sensation sorgte, glückte Keppler als 13. mit seinem besten Ergebnis seit fast drei Jahren immerhin eine kleine Überraschung (DATENCENTER: Ergebnis von Bormio).

"Das ist eine Erlösung. Ich bin glücklich und fühle mich wie befreit", sagte der Ebinger.

Schwung fürs neue Jahr

Keppler hatte bei keinem seiner zuvor sechs Speed-Starts in diesem Winter die Top 30 erreicht, nun schaffte er die "halbe" Norm für die Olympischen Spiele.

"Dass ich jetzt fast schon für Vancouver qualifiziert bin, könnte besser nicht sein. Ich weiß jetzt wieder, dass ich's kann. Das gibt mir Schwung für die Rennen im neuen Jahr", sagte er.

Couragierte Fahrt von Keppler

Und den braucht Keppler auch: Sollte ihm bis Februar eine weitere Top-15-Platzierung gelingen, wäre er bei Olympia dabei.

"Zaubern können wir nicht, wir können keine Wunder bewirken", hatte Cheftrainer Karlheinz Waibel vor dem Rennen noch über die seit Jahren unbefriedigende Situation bei den Männern und dort vor allem im Speed-Bereich gesagt.

Doch Waibel fügte auch an: "Aber wer hart arbeitet, wird irgendwann Erfolg haben."

Keppler gab ihm mit einer couragierten Fahrt auf der berühmt-berüchtigten "Stelvio" recht.

Maier droht Keppler

In 2:02,30 Minuten kam Keppler, der beim Abschlusstraining noch im Fangnetz gelandet war, bis auf 1,98 Sekunden an Jerman heran.

Vom Dritten, dem früheren Weltmeister Michael Walchhofer aus Österreich, trennten den 26-Jährigen nur 0,95 Sekunden.

Dabei hatten Waibel und Alpindirektor Wolfgang Maier den Glauben an Keppler fast schon verloren. Maier schimpfte noch vor wenigen Tagen, von Seiten des Verbandes sei "das Ende der Fahnenstange erreicht".

Veränderter Skischuh bringt Erfolg

Keppler nahm sich die Kritik zu Herzen und tüftelte am Material - mit Erfolg. "Ich habe meine Skischuhe total umgebaut, und das war die Lösung", sagte Keppler.

Weiter an sich arbeiten müssen indes die Strodl-Brüder. Andreas (3,27 Sekunden zurück) und Peter (4,51) kamen nicht über die Plätze 33 und 41 hinaus.

Jerman als Vorbild für DSV-Herren

Ein Vorbild für die deutschen Männer könnte Sieger Jerman sein. Der war bei zuvor acht Saison-Rennen als 18. der Abfahrt von Beaver Creek nur einmal in den Punkte-Ränge gefahren - und feierte jetzt seinen zweiten Weltcup-Sieg.

"Endlich hat alles zusammengepasst. Ich hatte bisher immer Probleme mit dem Wetter, den Bedingungen oder bin gestürzt wie vor zehn Tagen in Gröden. Das ist eine Erleichterung", sagte er - und klang dabei wie Keppler.

Scheiber disqualifiziert

Jerman, der im Februar 2007 eine von zwei Abfahrten in Garmisch gewonnen hatte, verwies Didier Defago (Schweiz/0,53 Sekunden zurück) auf Platz zwei.

Der zunächst zweitplatzierte Österreicher Mario Scheiber wurde wegen eines um zwei Millimeter zu hohen Ski-Schuhs disqualifiziert.

In der Disziplinwertung blieb Didier Cuche aus der Schweiz vorne, im Gesamtweltcup hat Cuches Teamkollege Carlo Janka Platz eins übernommen.

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