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Als aktiver Rennläufer konnter Klaus Mayr in seiner Karriere keine besonderen Erfolge feiern © getty

Im reifen Alter von 70 Jahren liebäugelt Klaus Mayr mit einer Rückkehr zum DSV. Ein ehemaliger Schützling wäre begeistert.

München - Er führte Rosi Mittermaier 1976 zu zwei Olympiasiegen, Maria Epple 1978 und Markus Wasmeier 1985 zu WM-Gold, acht andere zu Medaillen:

18 Jahre nach Ende seiner Trainer-Karriere und neun Jahre nach dem letzten Edelmetall der alpinen Herren denkt Klaus Mayr über ein Comeback beim Deutschen Skiverband (DSV) nach.

"Wenn das Honorar stimmt, würde es mich sehr reizen. Die Herren könnten in drei Jahren wieder in der Weltelite mitmischen", sagt der Allgäuer, der am 3. Januar 70 Jahre alt wird. (DATENCENTER: Der Weltcup-Kalender)

"Und zwar topfit", unterstreicht Klaus Mayr, von dem alle, die ihn kennenlernten, nur in Ehrfurcht reden.

Aber: Kein sofortiges Comeback

"Er war damals auch mein Chef, hatte etwas Guru-haftes, eine extrem gute psychologische Wirkung, sie war einfach ein Hammer", sagt Wolfgang Maier.

Der heutige Alpindirektor des DSV versichert: "Er hat noch immer ein gutes Standing im DSV. Wir werden sicher bald miteinander telefonieren."

Aber ein sofortiges Comeback werde es nicht geben, sagt Maier. Schließlich hat der DSV bei den Männern in Karlheinz "Charly" Waibel seit Saisonbeginn einen neuen Cheftrainer, "und Charly macht einen sehr guten Job".

"Das wäre eine Super-Story"

"Wenn Klaus Mayr kommen würde, müsste einer gehen", erkennt auch Markus Wasmeier.

Der Doppel-Olympiasieger von 1994 denkt aber trotzdem einen Schritt weiter:

"Das wäre eine Super-Story: Der Rosi-Trainer führt deren Sohn Felix zum Erfolg", sagt der Schlierseer im Vorgriff auf spätere Ereignisse und glaubt: "Klaus Mayr könnte mit seinen Fähigkeiten als Mannschaftsführer und seinem psychologischen Einfühlungsvermögen sicher neue Akzente setzen."

Schon "Wasi" zu WM-Gold geführt

Wasmeier erlebte die Fähigkeiten von Mayr, der die deutschen Herren 1980 auf einer Talsohle übernahm, eindrucksvoll mit:

1985 führte Mayr seinen Schützling Wasmeier überraschend zu WM-Gold im Riesenslalom, 1987 machte er Frank Wörndl zum Weltmeister im Slalom und Armin Bittner zum WM-Dritten.

Zuvor hatte Mayr nicht nur Rosi Mittermaier (Abfahrt, Slalom) und Maria Epple (WM/Riesenslalom) zu Gold geführt.

Silber gab es für Irene Epple 1980 bei Olympia im Riesenslalom und Christa Kinshofer im Slalom, ebenso bei der Heim-WM 1978 in Garmisch für Pamela Behr im Slalom.

Mayr bringt Erfolg zurück

Doch als Mayr 1981 die Damen verließ, holten diese in sieben Jahren nur noch eine einzige Medaille - WM-Bronze durch Regine Mösenlechner 1987 in der Abfahrt.

Monate später kehrten Mayr und der Erfolg der Damen zurück: Bei Olympia 1988 in Calgary beendete Marina Kiehl ihre Karriere mit Abfahrts-Gold, Kinshofer gewann Silber und Bronze.

Klaus Mayr sagt zur Situation heute: "Die deutschen Damen sind so gut wie zu meiner Zeit. Die Herren könnten genau so stark sein, der Nachwuchs ist da. Man muss nur einiges verändern."

Fit durch Tennis und Golf

Was genau sagt der frühere Zollbeamte nicht, der sein Fitness- und Regenerationszentrum in Pfronten längst verkauft hat.

Fit hält er sich selbst durch Tennis und Golf, Kajak-Fahren, Bergtouren.

Und er arbeitet weiter als Skilehrer in der Oberjocher Skischule von Hans-Peter Lanig, dem Abfahrts-Olympiazweiten von 1960 - bis ihn der DSV vielleicht doch noch einmal ruft.

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