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Maria Riesch verkürzte den Rückstand auf Vonn im Gesamtweltcup auf 102 Punkte © getty

Susanne Riesch scheidet im Slalom von Flachau aus, Maria hadert nach Platz zwei. Drei weitere Deutsche fahren in die Top 10.

Flachau - Maria Riesch wusste nicht so recht, ob sie lachen oder weinen sollte.

Rang zwei hatte sie belegt beim Slalom im österreichischen Flachau, in der Weltcup-Wertung liegt sie nun wieder in Führung, im Gesamtweltcup hat sie aufgeholt, dazu fuhren einige Mannschaftskolleginnen weltklasse. (DATENCENTER: Der Weltcup-Kalender)

Doch große Freude wollte bei den deutschen Ski-Rennläuferinnen am Fuße der hell erleuchteten "Hermann Maier Weltcup-Piste" nicht aufkommen.

"Weihnachtsgeschenke im Januar verteilt"

Cheftrainer Mathias Berthold klagte nach einem Rennen der verpassten Siegchancen: "Wir haben Weihnachtsgeschenke im Januar verteilt."

Auch Maria Riesch konnte und wollte ihre Enttäuschung nicht verbergen: "Es ist bitter, wenn man sieht, wie unsere Ausgangslage war."

Nach ihren Fahrten wie aus einer anderen Welt lagen Susanne und Maria Riesch nach dem ersten Lauf auf Rang eins und zwei. Die Konkurrenz lag schon 0,81 Sekunden zurück, im Slalom eine Ewigkeit.

Ungewohnte Führungsposition

Im Finale gelang dann allerdings Marlies Schild aus Österreich ein Traumlauf, Maria Riesch konnte nicht kontern - und die führende Susanne Riesch schied auf halber Strecke aus. Dritte wurde Kathrin Zettel (Österreich).

Die eine oder andere Träne musste die jüngere der beiden Riesch-Schwestern danach schon verdrücken. Trost gab es noch auf der Piste von Techniktrainer Christian Schwaiger.

Im Ziel wirkte die 22-Jährige dann schon wieder gefasst. "So etwas passiert eben im Slalom", sagte sie, "ich muss noch lernen, wie es ist, wenn man nach dem ersten Lauf führt."

Großen Vorsprung verspielt

Die drei Jahre ältere Schwester kennt diese Situation, kam im zweiten Lauf aber nicht so gut zurecht und haderte mit dem Resultat: "Ich hatte ja einen so großen Vorsprung."

1,26 Sekunden verlor die Weltmeisterin im Finale auf Schild. Als sich Maria Riesch später am Abend Richtung Heimat aufmachte, um unter anderem am Mittwoch in München die Ausrüstung für Olympia abzuholen, war ihre Enttäuschung schon wieder einigermaßen verflogen.

"Die Marlies ist sensationell gefahren, aber die macht ja auch nichts anderes als Slalom", sagte sie.

"Das könnte noch knapp werden"

Maria Riesch dagegen hatte am Montag zunächst mal die Umstellung von Abfahrt und Super-G auf den Torlauf zu bewältigen, und der gelang ihr. "Es ist gut zu wissen, dass ich nicht so weit weg bin von der Slalom-Form der vergangenen Saison", sagte sie mit einem Lächeln.

Der erste Durchgang von Flachau, "eine Demonstration", wie Maria Riesch zurecht erwähnte, macht Hoffnung auf den olympischen Slalom am 26. Februar.

Im Weltcup stehen noch zwei Torläufe aus, im slowenischen Maribor am kommenden Sonntag sowie nach Vancouver beim Finale in Garmisch-Partenkichen: 50 Punkte liegt Titelverteidigerin Riesch in der Disziplin-Wertung vor der zweifachen Saisonsiegerin Schild. "Hu, das könnte noch knapp werden", glaubt sie.

Vier Deutsche in den Top 10

Da Lindsey Vonn (USA) in Flachau ausschied, ist allerdings auch ihr Rückstand auf die Amerikanerin im Gesamtweltcup auf 102 Punkte geschrumpft.

Abgesehen von der Enttäuschung über den verschenkten Sieg - Grund zur Freude gab es noch ausreichend.

Die bereits für Olympia qualifizierte Katharina Dürr (Germering) fuhr als Fünfte das beste Rennnen ihrer Karriere, Fanny Chmelar (Partenkirchen) erfüllte als Sechste die Norm für Vancouver, Christina Geiger (Oberstdorf), für die Spiele ebenfalls schon qualifiziert, wurde Neunte.

Letzter Schwestern-Doppelsieg anno 1982

Eine dieser drei wird beim Olympia-Slalom allerdings zusehen müssen. Nur vier Startplätze stehen zur Verfügung, zwei werden mit Sicherheit für Susanne und Maria Riesch reserviert.

Bei Olympia können Riesch und Riesch dann auch nachholen, was sie im Weltcup verpasst haben: Zuletzt hatten zwei Schwestern am 4. März 1982 bei einem Riesenslalom in Waterville Valley im US-Bundesstaat New Hampshire Platz eins und zwei belegt: Irene Epple siegte damals vor der zwei Jahre jüngeren Maria.

Bei Olympia gelang dies 1964 den Goitschel-Schwestern Christine und Marielle aus Frankreich: im Slalom und im Riesenslalom.

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