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Slalomspezialistin Maria Riesch landete erstmals im Riesenslalom auf dem Podest © getty

Beim Riesenslalom in Maribor fährt Maria Riesch aufs Podest und rückt dicht an Vonn heran. Alle Deutschen fahren in die Top 10.

Maribor - Angeführt von der am Ende überglücklichen Maria Riesch ist den deutschen Ski-Rennläuferinnen nur vier Wochen vor den Olympischen Spielen eine historische Leistung gelungen.

Gleich vier DSV-Damen fuhren beim Riesenslalom im slowenischen Maribor unter die ersten Neun - das hatte es bislang im Weltcup nicht gegeben. (DATENCENTER: Der Weltcup-Kalender)

Maria Riesch selbst stieg als Zweite zudem erstmals in ihrer bisherigen Problemdisziplin auf das "Stockerl": "Ein Hammertag", sagte sie.

Dürr fehlt eine Hundertstel

"Ein super Mannschaftsergebnis eingefahren, dazu noch Marias erstes Podium im Weltcup - besser geht's fast nicht. Das ist einfach nur geil", sagte Riesenslalom-Weltmeisterin Kathrin Hölzl, die ihrer Rolle als Medaillenkandidatin für Olympia als Vierte erneut gerecht wurde.

Viktoria Rebensburg landete auf Rang acht, Nachwuchsfahrerin Lena Dürr verpasste als Neunte nur um einen Platz oder umgerechnet elf Hundertstelsekunden die direkte Qualifikation für Vancouver.

Vor allem die wie beseelte Maria Riesch konnte ihr Glück nach dem besten Riesenslalom ihrer Laufbahn kaum fassen. "Mir fällt ein riesengroßer Stein vom Herzen", sagte sie.

Längst überfälliger Coup

Schneller als die 25 Jahre alte Partenkirchenerin war nur Kathrin Zettel aus Österreich, die mit 0,23 Sekunden Vorsprung auch den siebten Weltcup-Sieg ihrer Karriere in ihrer Spezialdisziplin holte und Hölzl die Führung in der Weltcup-Wertung abnahm. Dritte wurde Anja Pärson (Schweden).

"Ich liege nur zwei Zehntel hinter Kathrin Zettel, die ist im Riesenslalom die Konstanteste, das ist toll, das gibt mir sehr viel Selbstvertrauen", sagte Maria Riesch über ihren längst überfälligen Coup, der Cheftrainer Mathias Berthold nicht überraschte.

"Die Maria hat es schon immer gekonnt, sie hat nur selbst nie dran geglaubt", sagte er über seine "Vorläuferin", die im 19. Saison-Rennen schon zum achten Mal auf dem Siegertreppchen stand.

Rückstand auf Vonn verkürzt

Mit der Podium-Premiere im Riesenslalom verkürzte Maria Riesch erneut auch den Rückstand im Gesamtweltcup auf Lindsey Vonn (USA) - und wie bei ihrem zweiten Rang am vergangenen Dienstag beim Slalom im österreichischen Flachau profitierte sie dabei von einem Sturz der amerikanischen Freundin.

34 Punkte liegt Riesch jetzt zurück, dämpft aber die Erwartungen: "Lindsey ist im Vorteil, weil es noch mehr Speed-Rennen gibt." Nämlich noch genau acht gegenüber den sechs Wettbewerben in anderen Disziplinen.

Zunächst aber kann Maria Riesch nun auch dem Riesenslalom bei Olympia zuversichtlich entgegenblicken.

"Das wird sicher nicht einfach"

Dazu kommen in der früheren Problemdisziplin des DSV die zweifache Saisonsiegerin Hölzl und die zu jeder Überraschung fähige Rebensburg - und vielleicht auch noch Lena Dürr.

Deren zwei Jahre ältere Schwester Katharina hat die Norm im Slalom schon erfüllt, ihr selbst wäre das mit Rang acht ebenfalls direkt gelungen. Nun braucht sie noch eine Top-15-Platzierung.

Nur einen Riesenslalom gibt es noch vor den Spielen, in der kommenden Woche im italienischen Cortina d'Ampezzo. Dort müsste die 18 Jahre alte Lena Dürr ein zweites Mal mit einer hohen Startnummer ganz weit nach vorne fahren. "Das wird sicher nicht einfach", warnte Chefcoach Berthold.

Weltmeisterin Hölzl dagegen betonte: "Lena fährt einfach gut Ski. Ich traue ihr nochmal so ein Ergebnis zu, und dann nehmen wir sie auch noch mit nach Vancouver."

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