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Susanne und Maria Riesch standen bereits einmal gemeinsam auf dem Podest © getty

Der DSV-Alpindirektor blickt mit großen Hoffnungen auf Olympia. Doch bei den Herren sucht man vergeblich Medaillenkandidaten.

München - Zumindest seinen Optimismus hat Stephan Keppler nicht verloren.

Um sich für die Olympischen Spiele zu qualifizieren, hat er noch zwei Chancen - einen Super-G am Freitag (ab 11.30 Uhr LIVE) und eine Abfahrt am Samstag, und der 26-jährige deutsche Ski-Rennläufer sagt: "Die Strecke liegt mir."

Diese Strecke, auf der er wenigstens einmal noch unter die ersten 15 fahren muss, heißt allerdings "Streif" und liegt in Kitzbühel.

Keppler ist dort viermal gestartet - seine Bilanz: die Ränge 28, 30 und 43, dazu einmal ausgeschieden.

Neureuther als einzige deutsche Hoffnung

Wenn nicht ein Wunder geschieht, wird Felix Neureuther als einziger deutscher Ski-Rennläufer nach Vancouver reisen (DATENCENTER: Der Weltcup-Kalender).

Begleitet, und das ist bemerkenswert, wird er von mindestens sieben deutschen Frauen.

Maria Riesch (Riesch streift noch mal Rot über), Kathrin Hölzl und die Kolleginnen sind so gut in diesem Weltcup-Winter, dass DSV-Alpindirektor Wolfgang Maier gerade noch einmal wiederholte:

"Unser Ziel ist es, eine Medaille zu gewinnen. Ich sage sogar: Das Team muss eine Medaille gewinnen. Ich hätte gerne eine bei den Damen und eine bei den Herren."

Maria Riesch in Topform

Das mit der Medaille der Männer dürfte eher schwierig werden - Felix Neureuther ist trotz der geglückten Qualifikation noch weit von einer entsprechenden Form entfernt.

Die sieben deutschen Frauen aber haben glänzende Chancen, die Zielvorgabe sogar überzuerfüllen - allen voran Maria Riesch.

Am Wochenende stand sie im Weltcup auch im Riesenslalom endlich zum ersten Mal auf dem Siegertreppchen, nun hat sie die angenehme Gewissheit, dass sie bei Olympia sogar in allen fünf Disziplinen um die Medaillen mitfahren kann.

Überangebot im Slalom

Der deutsche Cheftrainer Mathias Berthold hat mittlerweile sogar die Qual der Wahl:

Grundsätzlich dürften alle Läuferinnen, die sich für Olympia qualifiziert haben, in jeder der fünf Disziplinen an den Start gehen - doch weil die deutschen Damen gerade im Slalom so stark sind, gibt es dort ein Überangebot.

Fünf Läuferinnen haben über Weltcup-Resultate im Torlauf die Norm erfüllt - eine muss bei der Olympia-Entscheidung zusehen.

Alpindirektor Maier aber betont: "Das ist kein Luxusproblem."

Riesch-Schwestern gesetzt

Weltmeisterin Maria Riesch und ihre drei Jahre jüngere Schwester Susanne sind gesetzt, für die anderen beiden Startplätze stehen zu Verfügung:

die schon WM-erfahrene Fanny Chmelar, Tendenz zuletzt steigend; die junge Christina Geiger, mit sechs Fahrten in die Top 12 in diesem Weltcup-Winter bemerkenswert gut und konstant.

Und die junge Katharina Dürr, schon einmal Siebte und einmal Fünfte in den sechs Weltcup-Slaloms dieser Saison, zuletzt jedoch in Maribor nicht im Ziel.

"Wie haben die beste Slalom-Mannschaft der Welt, aber leider dürfen nur vier mitfahren", sagt Maria Riesch zu der für deutsche Verhältnisse eher ungewöhnlichen Situation, dass der Trainer eine Läuferin enttäuschen muss.

Formkurve ist entscheidend

"Das wird eine harte Entscheidung", ahnt Riesenslalom-Weltmeisterin Kathrin Hölzl, die im Slalom ebenfalls eine Alternative wäre, dort aber nicht starten wird.

"Ich habe schon klare Vorstellungen, wer fährt", versichert Cheftrainer Berthold - sagen will er allerdings nichts.

Einfließen in die Beurteilungen wird neben Vorleistungen vor allem die Formkurve.

Kein Slalom-Weltcup mehr vor Olympia

"Die ist ganz wichtig", sagt Berthold, weshalb er wohl im Training vor Olympia noch mal ganz genau hinschauen wird - die Slalom-Fahrerinnen haben vorher keinen Wettkampf mehr.

Und er wird das Gelände in Whistler bewerten und beurteilen, wer dort gut zurechtkommt und wer nicht.

Klar ist für Berthold aber schon: "Die Vier, die fahren werden, die werden nicht nur mitfahren, die werden auch vorne mitfahren." Heißt: um die Medaillen.

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