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Maria Riesch gewann 2009 in Val d'Isere WM-Gold im Slalom © imago

Die Slalom-Weltmeisterin vergibt beim Super-G in Cortina eine bessere Platzierung. Ihre Rivalin fährt der Konkurrenz erneut davon.

Cortina d'Ampezzo - Maria Riesch zeigte eine ganze Palette negativer Reaktionen: Kopfschütteln, Schulterzucken, Augenverdrehen.

Rang 15 im Weltcup-Super-G von Cortina d'Ampezzo genügte nicht den hohen Ansprüchen der besten deutschen Ski-Rennläuferin - zumal ihre größte Rivalin Lindsey Vonn (USA) zum siebten Mal in diesem Winter gewann und nun im Gesamtweltcup wieder vor ihr liegt (DATENCENTER: Der Weltcup-Kalender).

"Das ist wahnsinnig ärgerlich, ich bin sehr traurig, weil ich schon wieder eine Chance verpasst habe", sagte Riesch, die aufgrund eines "Monsterbocks" die erhoffte Top-5-Platzierung verpasste.

Vonn-Siege sind langweilig

Dass dann auch noch Vonn gewann, machte ihre Enttäuschung komplett.

"Für mich ist das zermürbend, dass sie immer oben steht. Ich hoffe, dass endlich mal eine andere gewinnt, obwohl ich mit ihr befreundet bin. Es wird ja auch langsam langweilig."

Riesch tippt auf die Freundin

Im Gesamtweltcup hat Riesch jetzt 56 Punkte Rückstand, und sie selbst befürchtet, dass sie Vonn schon am Samstag bei der Abfahrt im Olympia-Ort von 1956 aus den Augen verlieren könnte.

"Da gewinnt ja sowieso die Lindsey", sagte Riesch. Angesichts der Tatsache, dass Vonn bisher alle vier Saisonrennen in der alpinen Königsdiszplin für sich entschieden hat, keine allzu gewagte Prognose.

Fast sieben Zehntel Vorsprung

Die Doppel-Weltmeisterin demonstrierte auch auf der "Tofana" ihre Ausnahmestellung im Speed-Bereich, die Riesch "beängstigend" nannte.

In 1:21,74 Minuten war sie 0,67 Sekunden schneller als die Zweite, Fabienne Suter aus der Schweiz, und holte sich beim vierten Super-G des Olympia-Winters schon den zweiten Sieg bei zwei weiteren Podestplätzen.

Die Schwedin Anja Pärson lag als Dritte 0,74 Sekunden zurück, und klagte: "Lindsey macht einfach keine Fehler."

Rebensburg beste Deutsche

Die Fahrten der deutschen Athletinnen waren dagegen mit einigen Patzern behaftet. Viktoria Rebensburg aus Kreuth machte es jedoch trotz eines eben erst überstandenen grippalen Infekts etwas besser als Riesch und wurde Zwölfte.

Gina Stechert (Obestdorf) verpasste als 21. erneut die Olympia-Norm, und Cheftrainer Mathias Berthold bilanzierte etwas zerknirscht: "Das war nicht gut von uns heute, alle sind hinter dem zurückgeblieben, was sie eigentlich können."

Immer die gleichen Fehler

Berthold bescheinigte seinen Athletinnen "immer die gleichen Fehler", speziell Riesch erlebe eine "durchwachsene Super-G-Saison". Noch 2008 war die 25-Jährige in der zweitschnellsten Disziplin die Beste, jetzt schafft sie es selten mal ohne Schnitzer ins Ziel.

Die Ränge 5, 21, 24 und 15 stehen bisher in ihrer Saisonbilanz. "Ihr fehlt im Super-G einfach die Sicherheit", diagnostizierte Berthold.

Perfekter Lauf bei Olympia

Riesch selbst meinte, sie wolle "daran arbeiten, dass ich auch mal ohne Fehler runterfahre". Am kommenden Wochenende hat sie dafür im Schweizer Nobel-Ski-Ort St. Moritz noch einmal Gelegenheit, doch Riesch hat einen anderen, ganz besonderen Plan:

"Den einen perfekten Lauf hebe ich mir für Olympia auf." Am 20. Februar in Whistler.

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