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Maria Riesch gelangen in ihrer bisherigen Karriere zehn Weltcup-Siege © getty

Nach einer starken Leistung reicht es für Maria Riesch bei der Abfahrt in Cortina wieder nur zu Platz zwei. Der "Vonnsinn" hält an.

Cortina d'Ampezzo - Maria Riesch ist knapp drei Wochen vor Olympia mit einer Glanzleistung in der alpinen Königsdisziplin in den Kreis der Abfahrts-Favoritinnen gefahren - ihre Freundin Lindsey Vonn war aber wieder einmal zu stark für sie.

Die Partenkirchnerin wurde in Cortina d'Ampezzo beim sechsten Abfahrtssieg Vonns in Folge Zweite, wusste aber nicht so recht, was sie davon halten sollte.

"Ich bin gefühlsmäßig gespalten. Sicher freue ich mich über den zweiten Platz und eine gute Fahrt. Aber es ist schon sehr bitter und frustrierend, dass Lindsey einfach nicht zu schlagen ist - und nicht einmal mit einer richtig guten Leistung", meinte Riesch. (DATENCENTER: Der Weltcup-Kalender)

Vonn-Siege sind langweilig

Ihre Geste beim Siegerfoto sagte alles: Sie ging Vonn lachend an die Gurgel und deutete einen Würgegriff an.

Anders scheint der Topfavoritin auf Olympia-Gold in der Abfahrt derzeit nicht beizukommen zu sein. Riesch erwischte in den Dolomiten bei strahlendem Sonnenschein eine Traumfahrt und übernahm auch Platz eins.

"Aber schon bevor Lindsey kurz nach mir kam, befürchtete ich, dass sie mich wieder "totfahren" wird", sagte Riesch - und Vonn, am Freitag schon beim Super-G die Schnellste, enttäuschte sie nicht.

Profitiert Vonn von Männer-Skiern?

Bis zur letzten Zwischenzeit lag Vonn fast gleichauf mit ihrer deutschen Rivalin, doch auf den letzten Metern der "Tofana" fuhr sie einen Vorsprung von letztlich 0,42 Sekunden heraus.

"Das muss am Ski liegen", mutmaßte Riesch hernach. Vonn entschied sich im Sommer, als erste und bislang einzige Athletin, im Weltcup auf Männer-Skiern zu fahren.

Riesch war die risikoreiche Umstellung bislang zu gefährlich - doch spätestens jetzt ist sie ins Grübeln geraten.

Sechs Siege in Serie

"Ich kann so kurz vor Olympia eigentlich jetzt nicht anfangen, am Material rumzudoktern. Aber ich fange natürlich an zu überlegen. Vielleicht versuche ich es in der nächsten Woche in St. Moritz mal", sagte sie.

Im Schweizer Nobelskiort wird sie wohl im freien Training einen längeren Männerski testen, "und wenn ich mich dabei gut fühle, probiere ich es vielleicht auch beim Training für die Abfahrt".

Anders, das weiß Riesch, ist der "Vonnsinn" nicht zu stoppen. Die Doppel-Weltmeisterin gewann als erste seit Picabo Street (USA) 1995 saisonübergreifend sechs Abfahrten in Serie, im Gesamtweltcup hat sie jetzt 76 Punkte Vorsprung auf Riesch.

"Ich habe mich damit abgefunden, dass es mit der Gesamtwertung nicht klappen wird, wenn alles normal läuft", meinte die Partenkirchnerin.

Stechert ohne Olympia Norm

Auch Gina Stechert musste im Olympia-Ort von 1956 den harten Tatsachen ins Auge sehen.

Als 14. erfüllte sie zwar die halbe Norm für Olympia, vergab aber ihre wohl letzte Chance, sich für Vancouver zu qualifizieren.

Die Speed-Rennen in St. Moritz sind eigentlich kein Kriterium mehr - es sei denn, der Deutsche Skiverband macht für Stechert eine Ausnahme.

"Das ist bitter für mich, aber das Leben geht auch ohne eine Olympia-Teilnahme weiter", sagte Stechert.

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